Waldorfschulen in Deutschland 

Die erste Waldorfschule wurde 1919 von dem Gründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861-1925), in Stuttgart eröffnet. Unabhängig von sozialer Herkunft, Begabung und späterem Beruf sollten junge Menschen eine gemeinsame Bildung erhalten.

Heute gibt es in Deutschland 217 Waldorfschulen, im restlichen Europa 467 und außerhalb Europas 312 Stück.

 

Die Schule geht durchgängig von der ersten Klasse bis zu der dreizehnten Klasse. Mögliche Abschlüsse sind der Hauptschulabschluss, der Realschulabschluss und das Abitur. Die Abschlüsse sind staatlich anerkannt. Neben den gängigen Fächern, wie Mathe, Physik, Sprachen, Biologie etc. gibt es Handwerkliche- und Kreativfächer. Dazu zählen Gartenbauen, Schnitzen, Buchbinden, Schreinern, Kupfertreiben, Korbflechten, Nähen, Häkeln, Weben, Stricken, Steinmetzen etc. Außerdem gib es mit Eurythmie noch eine Bewegungsart zu Musik oder Gedichten.
Ab der ersten Klasse werden, zunächst spielerisch, zwei Fremdsprachen unterrichtet. Einige Waldorfschulen erteilen Französischunterricht, andere Russischunterricht. Zusätzlich gibt es meist eine kurze Einführung in die griechische und die lateinische Sprache. Dies ist aber nicht gleichzusetzen mit dem Lateinunterricht an staatlichen Schulen. Selten ist es möglich, an Waldorfschulen das Latinum zu erhalten.
Von der ersten bis zu der vierten Klasse ist die Unterstufe, von der fünften bis zu der achten Klasse ist die Mittelstufe, danach beginnt die Oberstufe.
In den ersten beiden Schulstunden wird Blockunterricht, der sogenannte Epochenunterricht, erteilt. Über zwei bis vier Wochen gibt es in dieser Zeit Unterricht in einem Fach. Danach, um 10 Uhr, beginnt der Fachunterricht. In dem Epochenunterricht lernt die ganze Klasse gemeinsam, ab 10 Uhr ist sie dann in zwei Gruppen aufgeteilt. Ab der Oberstufe gibt es auch Kursfächer, die dann am Nachmittag stattfinden. Um in das Berufsleben reinzuschnuppern gibt es in der Oberstufe Praktika, die Anzahl der zu absolvierenden Praktika hängt von der jeweiligen Schule ab. Es können bis zu drei Praktika sein.
Ein Klassenlehrer begleitet die Schüler von der ersten bis zu der achten Klasse, ein weiterer Lehrer von der neunten Klasse bis zu dem Ende der Schulzeit. Ein Sitzenbleiben ist bis zu der 11. Klasse nicht möglich. Auch gibt bis zur 11. Klasse keine Notenzeugnisse, sondern Textzeugnisse.
Waldorfschulen sind Privatschulen, so das auch monatliche Kosten auf die Eltern zukommen. Diese sind abhängig von dem Einkommen der Eltern.
Vor der Aufnahme findet ein Gespräch mit dem Kind und den Eltern statt, dies ist aber auch an staatlichen Schulen üblich.
Um in den unteren Klassen einer Waldorfschule als Klassenlehrer arbeiten zu können, braucht ein Lehrer eine spezielle Ausbildung. Dies kann an verschiedenen Instituten in Deutschland, auch berufsbegleitend gemacht werden.

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