Volontariat: Gehalt und Vergütung sind tariflich geregelt

Volontäre finden sich als Berufseinsteiger vor allem im Bereich Journalismus (Print, Online, Hörfunk, TV) und bei Berufen, die im Feld Denkmalpflege, Bibliothek, Galerien oder auch Kunsthandel angesiedelt sind. Ebenso bieten die Kommunikations- und Pressestellen von Städten und Gemeinden Volontariatsstellen an.

Nicht für alle Volontäre gelten dieselben Gehaltsvereinbarungen, wie es auch nicht zwingend notwendig oder gesetzlich/tariflich vorgeschrieben ist, seitens der Unternehmen überhaupt eine Bezahlung anzubieten.

Generell gilt es also auch in Bezug auf das Volontariatsgehalt bestimmte Trennlinien zwischen den jeweiligen Branchen, wie auch zwischen 'echten' Volontariaten einerseits und Traineestellen andererseits zu ziehen.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e. V. (BDZV) [www.bdzv.de] als Interessenvertretung von rund 300 Tageszeitungen hat sich beispielsweise mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und mit dem Deutschen Journalisten-Verband e.V. [http://www.djv.de] auf eine tarifliche Bezahlung von Volontären verständigt und damit letztendlich auch für die angehenden Journalistinnen und Journalisten ein Stück Rechtssicherheit geschaffen. Demnach staffelt sich der Verdienst dort sowohl nach Alter wie auch nach Ausbildungsjahr. So verdienen Volontäre zwischen ca. 1500 und 1900 Euro pro Monat, während auch Rundfunk, TV und andere Print-Medien sich generell an Tarifverträgen orientieren und ihren Volontären zwischen ca. 1000 und 2000 Euro Brutto zahlen. Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass die jeweiligen Bezugsgrößen - also in der Regel die entsprechenden Tarifgehälter (nach BAT/TVÖD oder daran angelehnte Tarife) - relativ frei angewendet werden können. Einen Volontär nach unterster Tarifgruppe zu entlohnen, kann ein Unternehmen demnach entsprechend des Zeitraums, der Ausbildungsinhalte oder auch der Einstufung der Vorqualifikationen durchaus als angemessen erachten. So sieht das Berufsbildungsgesetz (BBiG) zwar vor, dass Volontäre ähnlich Auszubildenden eine angemessene Bezahlung zusteht, da jedoch die Ausbildungsinhalte- und Dauer nicht bundes- oder landesweit geregelt sind, kann ein angemessenes Gehalt eine weite Spanne abdecken, die letztlich auch in einer unentgeltlichen Beschäftigung münden bzw. nur durch eine kleine ‚Aufwandsentschädigung' von ca. 300 - 500 Euro/Monat abgedeckt ist.

In Bezug auf entsprechende Regelungen bei Volontariatsstellen in Museen, Kuratorien, Kunstgalerien oder auch Auktionshäusern, sind einheitliche Tarifregelungen einerseits zwar vorhanden, andererseits ändern sich in regelmäßigen Zeitabständen auch die jeweiligen finanziellen Ausgangssituationen vor allem im Bereich der kommunalen Einrichtungen. Während sich beispielsweise die Volontariatsvergütung in Museen anfangs an den Anwärterbezügen für Beamte orientierte und als diese Bezüge herbe Einschnitte erlitten, die zuständigen Tarifgemeinschaften sich auf eine Koppelung an den Tarifvertrag für Ärzte im Praktikum (AiP) einigten, dieser Tarif dann jedoch irgendwann nicht mehr existierte, ist die Spannbreite von Museumsvolontariatsstellen entsprechend groß. Je nach Bezugsgröße finden sich hier Bezahlungen von ca. 1000 Euro bis 1300 Euro/Monat.

 

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