Was ist das Berufsbildungsgesetz?

Das Berufsbildungsgesetz hat seit seiner Änderung zum ersten April 2005 einschneidenden Neuerungen erfahren, die Unternehmen und Auszubildende bzw. Fort- und Weiterbildungsteilnehmer vor neue Herausforderungen und Perspektiven stellt.

Generell regelt das Berufsbildungsgesetz auf Bundes- und Länderebene alle Belange der Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezüglich Berufsausbildungsvorbereitung- und Ausbildung, wie auch der beruflichen Fortbildung und Umschulung.

Wesentliche Änderungen sind hierbei die Verlängerung der Probezeit von drei auf vier Monate, was ein reziprokes, besseres Kennenlernen bedingen kann. Auch können Betriebe ohne Ausbilder mir Ausbildereignung Mitarbeiter als Betreuer benennen, die aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation die Auszubildenden entsprechend anleiten. Wichtig für beispielsweise alleinerziehende Auszubildende ist, dass es mittlerweile auch möglich ist, eine Teilzeitberufsausbildung zu beantragen, bei welcher die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit verkürzt wird. Bezüglich anderer Verkürzungen der Ausbildungszeiten - wenn zum Beispiel berufsbildende Vorschulen absolviert wurden - ergeben sich für Unternehmen, die nicht auf ein Bundesland fokussiert sind, insofern Koordinationsschwierigkeiten, da diese Verkürzung Ländersache und es somit zu erwarten ist, dass entsprechende Unterschiede eine einheitliche Betriebsregelung schwierig machen.

Weiterhin gilt das so genannte Ausstiegsmodells als Innovation bezüglich einer Flexibilisierung der Ausbildung in Betrieben. So ist vorgesehen, dass entsprechende Stufenregelungen einem Auszubildenden ermöglichen, die Ausbildung nach der ersten Stufe - in der Regel nach zwei Jahren - mit einem IHK-Zeugnis zu beenden, ohne die Ausbildung abzubrechen. Das Aufstiegsmodell seinerseits beinhaltet ebenso einen vorerst zweijährigen Ausbildungsvertrag und die die Option für Auszubildenden und Betrieb, das dritte Jahr samt Abschlussprüfung vertraglich für einen späteren Zeitpunkt festzumachen.

Schließlich sei noch die 'gestreckte' Prüfung erwähnt. Sie sieht vor, dass die eigentliche Abschlussprüfung in zwei Abschnitte aufgeteilt wird und die bisher gängige Zwischenprüfung entfällt. So können nach gut zwei Jahren die grundlegenden Kenntnisse geprüft werden, um dann zur Abschlussprüfung hin speziell die berufstypische Handlungskompetenz abzufragen. Diese Regelung kommt vor allem dem Auf- und Ausstiegsmodell zugute.

Die Verbundsregelung, d.h. der Zusammenschluss mehrerer Betriebe zu einem Ausbildungsverbund, ist schließlich ein weiterer Punkt, der wie alle anderen Neuerungen auf eine Flexibilisierung und Praxisfokussierung, wie aber auch auf eine Stärkung der Kompetenzen der Auszubildenden setzt und Ausbildungen damit zeitgemäßer machen möchte.

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