Weiterbildungsgesetz(e) sind wie so oft Ländersache 

Weiterbildung braucht feste Strukturen und wie alle 'Schulformen' auch entsprechende Gesetze, die Qualität, Anspruch und Durchsetzbarkeit in beiderseitigem Interesse von Arbeitnehmer/innen und Arbeitgebern festschreiben.

In Deutschland gibt es keine bundeseinheitlich geltenden allgemeinen Weiterbildungsgesetze. Vielmehr regelt jedes einzelne Bundesland den Anspruch auf Weiterbildung bzw. die Frage nach dem Angebot, der Finanzierung und der Freistellung von der Arbeit während der Maßnahme in landesrechtlichen Gesetzen.

Prinzipiell gilt für alle Länder, dass Weiterbildung grundsätzlich freiwillig ist, also kein Arbeitnehmer gezwungen werden kann, entsprechende Maßnahmen zu besuchen, andererseits aber auch kein Arbeitgeber Angebote zur Weiterbildung bereitstellen muss. In jedem Fall jedoch gilt für Unternehmen in den meisten Bundesländern die Pflicht, ihre Angestellten dann freistellen zu müssen, wenn diese eine Weiterbildung im Sinne von Bildungsurlaub in Anspruch nehmen möchten und dies nach vorheriger Absprache mit einem Vorlauf von ca. zwei Wochen angekündigt haben.

Ohne Zweifel jedoch sehen alle Weiterbildungsgesetze vor, dass alle Interessierten einen ungehinderten, persönlichen und individuellen Zugang zu Bildungsmaßnahmen, zur Förderung und zu Weiterbildungseinrichtungen haben müssen und ihnen dieser weder von Seiten der Gesetzgeber noch seitens der Unternehmen verwehrt werden darf.

Bezüglich der Träger von Weiterbildungsmaßnahmen regeln die jeweiligen Weiterbildungsgesetze, dass sowohl öffentliche (also Volkshochschulen, IHK, Bildungswerke der Gewerkschaften und Kirchen, etc.) wie auch private Träger Kurse anbieten können und die Finanzierung teils aus öffentlichen, teils aus und privaten Mitteln bestehen kann. Insofern können sich das Land und der Arbeitnehmer an den Weiterbildungskosten beteiligen, müssen dies jedoch nicht in jedem Fall tun.
Alle Träger ihrerseits müssen den in den jeweiligen Weiterbildungsgesetzen festgeschriebenen Qualitätsstandards bezüglich regelmäßigem internen und externen Qualitätsmanagement (Kursinhalte, Trägerverwaltung, Dozenten, etc.) entsprechen, um den finanziellen Förderungen entsprechende Kurse zur Weiterbildung anbieten zu dürfen.

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