Bonner Papier 

Die Studentunruhen der 68er Jahre im 20. Jahrhundert sorgten an den Universität für ein linksgerichtetes bis linksradikales Bild in den Studentpalamenten und der AStA. Dies setzte sich bis in die 70er und 80er Jahren fort.  

Um sich vor diesem Bild abzugrenzen und dieses Bild richtig zustellen, wurde ein Bonner Papier von den Studentparlamenten erarbeitet.
In dem Papier verpflichten sich die Unterzeichner zum Schutz der freiheitlichen Demokratie in Deutschland.
Im einzelnen verpflichten sich die studentischen und akademischen Kooperationsverbände zur Zusammenarbeit mit den staatlichen Grundlagen in Deutschland.
Die Kooperationsverbände verpflichten sich, die in Deutschland geltenden Werte und Gesetze zu achten und für diese einzutreten. Im Einzelnen werden die Werte Freiheit, Lehre, Forschung und Wissenschaft für Studenten und Dozenten erwähnt.
In den sogenannten interkorporativen Conventen wird die gemeinsame Arbeit beraten, entschieden, durchgeführt und verwirklicht. Betroffen sind die Orte mit Hochschulen und Univeristäten.
Themen der teilnehmenden Partner und Verbände sind die Hochschulpolitik, Parlamente und Ausschüsse der Studenten und Umsetzung gemeinsamer Ziele.
Von Anfang an fiehl die geringe Beteilung der Studenten an den Wahlen auf. Bekannt wurde auch, das Beiträge für Hochschulpolitische Zwecke anders verwendet wurde als ursprünglich vorgesehen.
Kurz nach dem Entstehen des Bonner Papiers, galt dies als Erfolg. Heute wird von dem Bonner Papier kaum noch gebrauch gemacht.

Text des Bonner Papiers:

Praeambel

Die studentischen und akademischen Korporationsverbaende in Deutschland haben das folgende hochschulpolitische Aktionsprogramm vereinbart. Ziel dieses Programmes ist, gemeinsame Anliegen im Rahmen der Grundsaetze der beteiligten Korporationsverbaende zu vertreten und die Beziehungen zueinander im Interesse einer ueberparteilichen Zusammenarbeit in der Hochschulpolitik abzustimmen und zu verstaerken.

1. Grundlagen der Zusammenarbeit Ausgehend von den Grundwerten und Grundsaetzen unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und in dem Willen fuer die Erhaltung dieser Ordnung einzutreten, erklaeren die beteiligten Korporationsverbaende sich noch staerker als bisher fuer die Freiheit der Lehrenden und Lernenden sowie fuer die Freiheit von Lehre, Forschung und Wissenschaft einzusetzen.

Die beteiligten Korporationsverbaende erklaeren entschieden ihren Willen, diese Freiheiten und unsere freiheitlich demokratische Grundordnung gegen alle Ideologien und Aktivitaeten totalitaerer und verfassungsfeindlicher Bestrebungen und Gruppierungen zu verteidigen.

2. Formen der Zusammenarbeit Zur Verwirklichung der gemeinsamen Ziele werden oertliche Gremien hochschulpolitische Aktivitaeten beschliessen und durchfuehren. Die bereits bestehenden oder neu zu gruendenden interkorporativen Convente in den Hochschul- und Universitaetsorten werden ihre Zusammenarbeit abstimmen, fortlaufend organisieren und verwirklichen.

3.  Aufgaben der oertlichen Gremien Die oertlichen Gremien nehmen vor allem folgende Aufgaben wahr:
* Behandlung von Fragen der allgemeinen Hochschulpolitik
* Beteiligung an den Wahlen zu den Studentenparlamenten und zu den anderen Selbstverwaltungsgremien
* Einflussnahme auf die Zusammensetzung der Studentenparlamente und Allgemeinen Studentenausschuesse
* Zusammenarbeit mit anderen Hochschulgruppen bei der Verfolgung gemeinsamer Ziele.

4. Art und Weise der Zusammenarbeit Die beteiligten Korporationsverbaende werden die oertlichen Gremien bei der interkorporativen und hochschulpolitischen Zusammenarbeit unterstuetzen sowie die dabei gemachten Erfahrungen auswerten und untereinander austauschen.

(Einstimmig angenommen beim Verbaendegespraech in Bonn am 23.2.1980)


Vereinbarung

Die studentischen und akademischen Korporationsverbaende in Deutschland treffen zur Verwirklichung und Durchsetzung ihres am 23. Februar 1980 beschlossenen hochschulpolitischen Aktionsprogramms ("Bonner Papier") folgende Vereinbarung:

1. Die beteiligten Verbaende treten im Herbst eines jeden Jahres zu einem Verbandsgespraech zusammen.

2. Die Geschaeftsfuehrung des Verbaendegespraechs wird jeweils einem Verband auf die Dauer eines Jahres uebertragen. Die Verbaende sind zur Geschaeftsfuehrung in der Reihenfolge der alphabetischen Abkuerzung des Namens ihrer Aktienverbaende* berufen: Die UEbernahme der Geschaeftsfuehrung kann abgelehnt werden. Der geschaeftsfuehrende Verband benennt den Leiter des Verbaendegespraechs.

3. Dem geschaeftsfuehrenden Verband obliegt die Vorbereitung und Durchfuehrung des Verbaendegespraechs, dessen Beschluesse sowie die Foerderung der Zusammenarbeit der oertlichen interkorporativen Konvents.

4. Die beteiligten Verbaende verpflichten sich, die Arbeit des geschaeftsfuehrenden Verbandes im Rahmen ihrer Moeglichkeiten zu unterstuetzen.

5. Zum Verbaendegespraech ist mit einer Frist von mindestens vier Wochen einzuladen. Beschluessen beduerfen der Einstimmigkeit.

6. Die Verbaende des Erlanger Verbaende- und Ehrenabkommens sind ohne weiteres zur Teilnahme am Verbaendegespraech berechtigt. Andere Verbaende, die das Lebensbund- und Konventsprinzip bejahen, koennen auf Antrag zugelassen werden. (Einstimmig angenommen beim Verbaendegespraech in Bonn am 14. November 1987)

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