Babys Start ins neue Leben: Alles rund ums Stillen  

Praktisch, gesund, schnell und billig: Die Vorteile des Stillens liegen klar auf der Hand. Rund 90 Prozent der Frauen in Deutschland entscheiden sich nach der Geburt des Babys für diese Ernährungsweise. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sechs Monate ausschließlich zu stillen und dann langsam mit der Beikost zu starten.

Babys Start ins neue Leben: Alles rund ums Stillen

© Melissa fotolia

Stillen ist zwar etwas ganz Natürliches, aber dennoch sollte sich die werdende Mutter bereits während der Schwangerschaft mit diesem Thema auseinandersetzen - je entspannter sie ist, um so schöner ist die erste Zeit mit dem Baby.

Veränderungen während der Schwangerschaft

Bereits in der Schwangerschaft verändern sich die Brüste der werdenden Mutter. Sie nehmen deutlich an Größe zu, die Warzenhöfe werden dunkler und im letzten Schwangerschaftsdrittel ist bereits Vormilch enthalten, die gelegentlich austreten kann. Die Größe der Brüste hat übrigens keinerlei Einfluss auf später produzierte Milch - im Gegenteil, oftmals können kleinere sogar sehr viel Milch geben.

Stillbeginn

Bereits kurz nach der Geburt erhalten Sie im Kreissaal die Möglichkeit, Ihr Kind an die Brust zu legen. Dabei ist es unwesentlich, ob Sie einen Kaiserschnitt oder eine Spontangeburt hatten. Die ersten Schlucke nennt man Kolostrum (Vormilch), die zwei Aufgaben erfüllt: Sie gibt dem Baby erste wichtige Abwehrstoffe und sorgt gleichzeitig für das Zusammenziehen der Gebärmutter. Durch das Saugen des Babys wird die Milchbildung in Gang gebracht. Innerhalb der nächsten drei Tage kommt es zum sogenannten Milcheinschuss. Dabei schwellen die Brüste an, sie können außerdem schmerzempfindlich sein. Abhilfe schaffen Quarkwickel und kühlende Kompressen. Durch den Milcheinschuss verändert sich die Zusammensetzung - sie ist nun gehaltvoller und stimmt sich immer auf das Bedürfnis des Babys ab.
Jedes Kind ist anders. So gibt es Babys, die das lange Nuckeln genießen während andere ihren Hunger in Rekordzeit sättigen. Beides ist normal. Solange Ihr Baby an Gewicht zunimmt (Gewichtskontrolle einmal wöchentlich), regelmäßig nasse Windeln und Stuhlgang hat, ist alles in Ordnung. Bei Unsicherheiten können Sie sich aber jederzeit an Ihre Hebamme wenden. Die meisten Kinder trinken alle zwei bis vier Stunden, wobei nicht alle beide Seiten in Anspruch nehmen. Nach dem Stillen sollte sich die Brust weich anfühlen.

Anlegen mit Stillkissen & Co.

Beim Stillen sollten Sie eine bequeme und entspannte Haltung einnehmen. Hilfreich sind sogenannte Stillkissen. Damit werden Rücken und Arme abgestützt. Legen Sie sich Ihr Baby so hin, dass Sie Bauch an Bauch liegen. Wenn das Baby die Brustwarze berührt, öffnet es automatisch den Mund. Ziehen Sie es nun ganz dicht heran, so dass Brustwarze und Brustwarzenhof möglichst komplett angesaugt werden. Die Nase muss frei bleiben, damit das Baby auch noch genug Luft zum Atmen hat. Da viele Babys während der Nahrungsaufnahme die Windel voll machen und zudem hinterher zufriedener sind, sollten Sie erst im Anschluss wickeln.

Schwierigkeiten

Etwa fünf Prozent der Frauen können tatsächlich nicht stillen. Bevor die Situation für Mutter und Kind unerträglich wird, sollte eine Entscheidung zu Gunsten von Flaschennahrung getroffen werden. Andere Probleme lassen sich allerdings oftmals gut in den Griff bekommen.
Saughütchen sollten nur im Ausnahmefall und für eine kurze Zeit verwendet werden. Wunde Brustwarzen sind häufig die Folge einer falschen Stillposition. Kommt ein Brennen und Jucken hinzu, kann eine Pilzinfektion (Soor) Schuld sein. Diese muss unbedingt vom Arzt behandelt werden.
Frauen mit Flach- oder Hohlwarzen benötigen eine spezielle Vorbereitung (zum Beispiel durch das Tragen von Brustwarzenformern).
Milchstauungen und Brustentzündungen (Mastitis) sind zwar schmerzhaft, müssen aber kein Grund zum Abstillen sein. Hier ist frühes Handeln angesagt:

- vor dem Stillen warme Kompressen auflegen
- Brust massieren
- das Baby alle zwei Stunden zum Stillen anlegen
- nach dem Stillen einen mit einem Tuch umwickelten Kühlakku auflegen
- Stillpositionen wechseln
- Bettruhe

Ob Sie sich nun für oder gegen das Stillen entscheiden, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Hauptsache, Sie fühlen sich wohl damit.

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