Mit Elterngeld die Elternzeit finanzieren

Als Elternzeit wird in Deutschland der Zeitraum einer unbezahlten Freistellung vom Job nach der Geburt des Kindes bezeichnet. Auf eine solche vom Arbeitgeber unbezahlte Freistellung haben beide Elternteile einen Rechtsanspruch. Für jedes Elternteil kann maximal 3 Jahre die Elternzeit beansprucht werden. Mütter und Väter können ihre Elternzeit nacheinander oder gleichzeitig nehmen. Der Antrag wird beim jeweiligen Arbeitgeber gestellt.

Elterngeld

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Der Effekt bei der Elternzeit ist also die vom Arbeitgeber unbezahlte Freistellung bei gleichzeitiger Absicherung des Jobs. Der Arbeitgeber hat keinen Entscheidungsspielraum, er muss diese Freistellung gewähren und muss auch nach dem Ende der Elternzeit dem jeweiligen Elternteil wieder eine angemessene bezahlte Beschäftigung im Betrieb beschaffen. Wenn sich allerdings die Rahmenbedingungen für den Arbeitgeber so abgeändert haben, dass er keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr für das zurückgekehrte Elternteil hat, dann kann er ab dem Rückkehrtermin die üblichen Verfahren (betriebsbedingte Kündigung) zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Gang setzen. Da eine betriebsbedingte Kündigung nur fristgemäß erfolgen kann, muss in diesen Fall der Arbeitgeber Lohn, Gehalt und Sozialversicherung sowie ggf. vom Betriebsrat verlangte Abfindung nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses bezahlen.

Elterngeld: Trotz unbezahlter Freistellung Geld vom Staat kassieren

Während der unbezahlten Elternzeit haben die Elternteile verschiedene Möglichkeiten der Lebensfinanzierung. Besonders relevant ist hier seit dem 1.1.2007 das Elterngeld. Das Elterngeld ist die staatliche Transferzahlung für Eltern mit kleinen Kindern zwecks Unterstützung und Sicherung der Lebensgrundlage der Familie, die so als Entgeltersatzleistung genutzt werden kann. Eine Elterngeldzahlung wirkt über den Mutterschutz hinaus und wird maximal 14 Monat für beide Elternteile zusammen gezahlt. Die Höhe eines Elterngeldes orientiert sich am Einkommen des Elternteils, der den Antrag auf das Elterngeld stellt. Es lohnt sich daher, vor Beginn der Antragsstellung dafür zu sorgen, dass der oder die Antragsteller(-in) das Einkommen maximiert. Hier sind natürlich Selbständige und Freiberufler im Vorteil, da diese anders als abhängig Beschäftigte stärker Einfluss auf die Höhe ihres zu versteuernden Einkommens nehmen können. Nicht-Erwerbstätige gehen aber auch nicht ganz leer aus. Sie erhalten als Elterngeld die Höhe des Mindestbetrages. Ein Elterngeldrechner verschafft Klarheit.

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