Elternzeit: Mehr Flexibilität zum Wohl des Kindes 

Um sein Kind zu betreuen und zu erziehen, hat jeder Elternteil in einem Arbeitsverhältnis das Recht, bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres zu Hause zu bleiben.

Das Arbeitsverhältnis bleibt bis zum Ablauf der Elternzeit bestehen, eine Kündigung von Seiten des Arbeitgebers ist diesem Zeitraum in der Regel nicht möglich. Nach der Rückkehr hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf seinen alten bzw. einen gleichwertigen Arbeitsplatz.
Die Elternzeit kann sowohl von Vater und Mutter als auch von beiden Elternteilen gleichzeitig in Anspruch genommen werden.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, zwölf der 36 Monate flexibel auf einen Zeitraum zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes zu legen. Allerdings bedarf es dabei der Zustimmung des Arbeitgebers.

Fristen

Der Antragsteller muss den Antrag auf Elternzeit spätestens sieben Wochen vor dem Beginn schriftlich gestellt haben. Diese Frist dient dazu, dass dem Arbeitgeber ausreichend Zeit zur Verfügung steht, eine Ersatzkraft einzustellen. Der Antragsteller muss sich zunächst auf zwei Jahren festlegen. Da ein gesetzlicher Anspruch auf Elternzeit besteht, bedarf es nicht der Zustimmung des Arbeitgebers.

Teilzeitarbeit

Das Gesetz erlaubt eine Teilzeitarbeit von bis zu 30 Stunden in der Woche. Dies gilt sowohl für den Vater als auch für die Mutter und ermöglicht die Sicherung des Familieneinkommens bei gleichzeitiger Betreuung des Kindes. Reichen beide Elternteile den Antrag auf Elterngeld ein, dürfen sie also insgesamt noch 60 Stunden in der Woche arbeiten gehen.
Einen Anspruch auf die Verringerung der Arbeitszeit gibt es jedoch nicht. Zwar muss dem Wunsch des Antragstellers unter bestimmten Voraussetzungen Folge geleistet werden, sofern der Betrieb mehr als 15 Beschäftigte hat, aber dringende betriebliche Gründe können dem entgegen stehen. Weiterhin besteht kein Anspruch auf die vorherige Arbeitszeit nach Beendigung der Elternzeit.

Kündigungsschutz

Damit Eltern durch die Geburt ihres Kindes nicht benachteiligt werden, genießen sie während der Elternzeit einen besonderen Schutz: Sie dürfen nicht gekündigt werden. Mit der Anmeldung der Elternzeit (frühestens jedoch acht Wochen vor Beginn derselbigen) kann das Arbeitsverhältnis von Seiten des Arbeitgebers nicht gekündigt werden. Besondere Härtefälle müssen durch die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde (oder eine von ihr bestimmte Stelle) genehmigt werden. Solche Ausnahmen kommen jedoch nur äußerst selten vor.
Anders sieht es bei befristeten Arbeitsverträgen aus. Enden diesen während der Elternzeit, so ergeben sich daraus keine weiteren Ansprüche für den Arbeitnehmer.

Formalitäten

Die Mitteilung über die Elternzeit kann einfach per Brief erfolgen. Ein spezieller Vordruck ist nicht nötig. Allerdings sollten die wichtigsten Daten wie Name und Geburtsdatum des Kindes sowie die gewünschte Einteilung der Elternzeit nicht vergessen werden. Weiterhin sollte bestätigt werden, dass das Kind im eigenen Haushalt leben, erzogen und betreut werden wird.

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