Migräne bei Kindern

Etwa zehn Prozent der Deutschen leiden regelmäßig unter Migräne. Migräne zählt zu den primären Kopfschmerzen, da sie nicht durch eine Erkrankung oder Verletzung ausgelöst wird. Hauptsymptom ist ein pochender Kopfschmerz, der häufig von Übelkeit und einer gesteigerten Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen begleitet wird.

Migräne bei Kindern

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Der Verlauf der Migräne lässt sich in bis zu vier Phasen einteilen: Vorbotenphase, Aura (Symptome wie etwa ein Kribbeln der Gliedmaßen oder eine Beeinträchtigung der visuellen Wahrnehmung, die dem eigentlichen Kopfschmerz vorangehen), Kopfschmerzphase und Rückzugsphase (wird häufig durch Müdigkeit begleitet).
In den letzten Jahren ist die Zahl kleiner Migräne-Patienten deutlich angestiegen. Während bei den Erwachsenen Frauen wesentlich häufiger betroffen sind, gibt es bei Kindern noch keinen geschlechtsspezifischen Unterschied. Allerdings hat eine Untersuchung mit knapp 7.000 Schülern ergeben, dass rund 90 Prozent bis zum 12. Lebensjahr bereits unter Kopfschmerzen gelitten haben. Bei etwa 12 Prozent davon handelt es sich tatsächlich um eine Migräne.

Migräne Verlauf

Auch beim Verlauf gibt es einige Unterschiede. Erwachsene sind meistens in der Lage, bereits die Vorbotenphase zu erkennen. Kinder hingegen kennen ihren Körper noch nicht gut genug, um diese Veränderungen zu spüren. Auslöser (Triggerfaktoren) einer Migräne sind bei Kindern häufig körperlicher oder seelischer Stress, starke Blutzuckerschwankungen, Verzehr bestimmter Lebensmittel bei Unverträglichkeiten, Mangelerscheinungen sowie Umwelteinflüsse (zum Beispiel übermäßiges Einatmen von Abgasen).

Migränetagebuch

Kinder, die wiederholt unter starken Kopfschmerzen leiden, sollten dem Kinderarzt vorgestellt werden. Dabei ist es hilfreich, jeden „Anfall" in einem so genannten Migränetagebuch festzuhalten. Notiert werden dabei die Symptomstärke sowie eventuelle Begleitsymptome. So hat der Kinderarzt die Möglichkeit, eine Migräne von Spannungskopfschmerzen zu unterscheiden und die Triggerfaktoren schneller zu erkennen.
Generell sollte darauf geachtet werden, dass das Kind regelmäßige Schlafenszeiten hat. Ist der Auslöser körperlicher oder seelischer Stress, helfen oftmals Entspannungsübungen. Auch die Nahrungsaufnahme muss überprüft werden. Liegt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vor, muss eventuell gänzlich auf ein Produkt verzichtet werden.

Was tun bei einem Migräneanfall?

Im Akutfall hilft es Kindern oft, in einer ruhigen und dunklen Umgebung zu liegen. Ein kühlender Umschlag auf der Stirn sowie eine leichte Massage der Schläfen verschaffen Linderung. Auch Pfefferminzöl (an Schläfe, Scheitel und im Nacken einmassieren) haben sich als hilfreich erwiesen.
Reichen diese Hilfsmittel nicht aus, wird der Arzt Medikamente verordnen. Zunächst wird es mit Ibuprofen (10 mg pro Körpergericht) und Paracetamol in derselben Dosis versucht. Bei schwereren Verläufen wird ein intranasales Sumatriptan empfohlen.
Zeitgleich nach Abklingen der Beschwerden sollte mit einer progressiven Muskelrelaxation begonnen werden. Dabei lernen die Kinder, verschiedene Muskeln des Körpers für kurze Zeit an- und danach wieder zu entspannen. Phantasiereisen helfen vor allem jüngeren Kindern.

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