Ratgeber Kindesentzug: Wenn Kinder zur Beziehungswaffe avancieren

Wenn sich Paare trennen, sind oft die Kinder die Leittragenden. Besonders tragisch wird es, wenn sich Vater oder Mutter dazu entscheiden dem Ex-Partner den Nachwuchs vorzuenthalten. Kindesentzug ist leider keine Seltenheit. Oft wird das gemeinsame Kind sogar ins Ausland gebracht. Dieser Ratgeber informiert über die Rechtslage und gibt Eltern Tipps zum Schutz vor einem derartigen Vorfall.

Wenn Kinder zur Beziehungswaffe avancieren

Rechtliche Grundlagen

Generell haben Eltern laut deutscher Gesetzeslage das Sorge- und Erziehungsrecht für ihren Nachwuchs. Diese Rechte sind gleichzeitig Pflichten. Das Gesetz sieht es außerdem vor, dass Kinder unter 18 Jahren den Kontakt sowohl zu Mutter als auch Vater haben sollten, da beide Elternteile in Hinblick auf die Kindesentwicklung von großer Bedeutung sind. Juristisch gesehen, stehen Familien unter besonderem Schutz. So will es Artikel 6 im deutschen Grundgesetz. Recht auf Erziehung und Pflege des Kindes gilt als Elternrecht. Ob Eltern zusammen sind oder getrennt leben, spielt zunächst eine untergeordnete Rolle. Der § 1626 BGB zur Elterlichen Sorge verdeutlicht: „Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen.“

Was auf dem Papier eindeutig und logisch erscheint, ist im echten Leben oft mit zahlreichen Probleme verbunden. Während in vielen Fällen Mutter oder Vater die Vormundschaft für das Kind erhält und der Partner ein Mitsprache- und Besuchsrecht bekommt, führt der Streit ums Kind vielerorts zu unschönen Szenarien. Besonders die Kinder leiden darunter, wenn Eltern sich nicht einig werden oder es zu Streitigkeiten zur elterlichen Sorge kommt. Oft landen Konflikte um das Sorgerecht vor dem Familiengericht. Das Gericht muss zum Wohle des Kindes entscheiden. Meist wird das Aufenthaltsbestimmungsrecht Mutter oder Vater zugesprochen, um klar zu regeln wo der Nachwuchs künftig leben soll. Doch nicht immer können beide Parteien mit der Entscheidung leben. Es werden immer wieder Fälle bekannt, die einen Kindesentzug nach sich ziehen. Von Kindesentzug ist immer dann die Rede, wenn das Elternteil ohne Aufenthaltsbestimmungsrecht das gemeinsame Kind dem Ex-Partner vorenthält oder damit unerlaubt untertaucht. Übrigens gilt es ebenfalls als Kindesentzug, wenn Mutter und Vater über das Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht verfügen. Derjenige Elternteil, der das Kind entzieht, begeht einen Verstoß gegen das Umgangs- und Sorgerecht, was eine Straftat darstellt. Selbst wenn es absurd klingt, dass ein Elternteil der Kindesentführung beschuldigt wird, so ist es per Gesetz so. Die Kindesentführung wird strafrechtlich verfolgt, egal ob es sich um einen Fremden oder ein Elternteil handelt.

Richtig handeln bei Kindesentzug

Ein Kindesentzug ist für alle Beteiligten extrem belastend. Besonders die Kinder. Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihr Ex-Partner beziehungsweise Ihre Ex-Partnerin einen Kindesentzug durchgeführt haben könnte, gilt es unverzüglich zu handeln. Der erste Anruf sollte bei der Polizei eingehen. Diese nimmt die unerlaubte Kindesmitnahme auf. Stellen Sie unverzüglich Strafanzeige und Strafantrag. Belastend für Betroffene ist hierbei, dass viel Zeit vergehen kann, bis ein derartiger Antrag durch die zuständigen Behörden zur Kindesrückführung führt. Deutlich beschleunigen lässt sich der Prozess mit seriösen Privatdetektiven. Bei der Auswahl sollten Sie sich aber ausschließlich auf Detektive konzentrieren, die mit der Thematik vertraut sind und über ausreichend Erfahrung im Bereich Kindesentzug verfügen. Wie die Detektei Berlin der Lentz Gruppe, welche professionell bei Kindesentzug und Kindesrückführung unterstützt und dessen Arbeitsweise TÜV-zertifiziert ist, gibt es in nahezu jeder Region geeignete Ansprechpartner, die unmittelbar zur Verfügung stehen. Die genannte Detektei in Berlin weist online auf die Kontaktdaten hin. Telefonisch ist eine Sofortberatung möglich.

Tipps zur Prävention

Um zu vermeiden, dass es überhaupt zum Kindesentzug kommt, können einige präventive Maßnahmen helfen. Diese haben wir nachfolgend aufgeführt:

  • Andeutungen ernst nehmen: Macht der ehemalige Partner Andeutungen, egal ob klar oder unterschwellig, sollten diese stets ernst genommen werden.
  • Unterlagen sichern: Verfügt das Elternteil, das einen Kindesentzug plant über die Pässe und die Geburtsurkunde des Nachwuchses, erleichtern diese Papiere die Flucht ins Ausland. Befindet sich das Kind erst einmal dort, wird die Kindesrückführung enorm erschwert. Daher sollten diese Unterlagen bei einem Verdacht rechtzeitig gesichert werden.
  • Information: Das Familiengericht sollte bei einem Verdacht umgehend informiert werden. Gleiches gilt für Schule oder Kindergarten. Erzieherinnen und Lehrer sollten ausdrücklich gebeten werden das Kind nur an bevollmächtigte Personen zu übergeben.
  • Antrag: Das alleinige Aufenthaltsbestimmungs- und Sorgerecht sollte beantragt werden.
  • Im Ernstfall: Ist der Verdacht akut, sollte die zuständige Botschaft aller Länder informiert werden, in die das Kind möglicherweise gebracht werden soll.

Kindesentzug durch Jugendämter

Das Jugendamt hält das staatliche Wächteramt in Bezug auf minderjährige Kinder. Das heißt, das Amt ist verpflichtet das Wohl des Kindes zu schützen. Es ist für die Sicherstellung von Fürsorge sowie Erziehung verantwortlich. Das Kindeswohl hat laut § 1 SGB VIII oberste Priorität. Wird ein Kind von seinen Eltern vernachlässigt und ist damit die Gefährdung des Kindeswohles gegeben, kann das Jugendamt einen Kindesentzug ordnungsgemäß durchführen. Allerdings kommt dies nur in seltenen Fällen vor und in der Regel wird zunächst alles versucht, damit der Nachwuchs in seiner Familie bleiben kann. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz sieht vor, zunächst unterstützende Maßnahmen zur Erziehungshilfe einzuleiten.

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Foto Quellen: pixabay.com / 2536477 / tookapic / Unsplash

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