Was tun, wenn Kinder Gegenständer verschlucken?

Perlen in der Nase, Münzen im Bauch – kleine Kinder sind oft die größten Entdecker. Leider werden dabei immer wieder Kleinteile verschluckt. Die gute Nachricht: Etwa 90 Prozent davon passieren den Magen-Darm-Trakt ungehindert und werden nach wenigen Tagen auf natürlichem Wege ausgeschieden. Übrigens: Am häufigsten findet man bei den Kleinen verschluckte Münzen.

Auf die Größe kommt es an

Ist der verschluckte Gegenstand nicht größer als eine 20-Cent-Münze, treten in der Regel keine Probleme auf. Allerdings kann es bis zu drei Tage dauern, bis der verschluckte Gegenstand wieder ausgeschieden wird. Ist das nicht der Fall, sollte ein Kinderarzt konsultiert werden. Nicht alle Kleinteile passieren die Speiseröhre, einige bleiben stattdessen dort stecken. Das kann zu einer Verletzung der Schleimhaut führen - der Gegenstand gelangt ins Brustinnere und kann so lebensgefährliche Entzündungen hervorrufen.

Gefährliche Gegenstände

Sofort reagieren müssen Eltern bei Gegenständen mit gefährlichen Inhaltsstoffen wie etwa Magnete oder Knopfbatterien. Letztere können für Verätzungen sorgen. Sind mehrere Magnete im Spiel, kann es aufgrund der Anziehungskraft zu einer Einklemmung der Darmschleimhaut kommen. Die Folge: Das Bauchfell kann sich entzünden.
Auch kleine Obststückchen (Apfel, Weintrauben und Karotte) sowie Erdnüsse können potentiell gefährlich sein. Atmet das Kind beim Schlucken kräftig ein, öffnet sich der Kehldeckel und die Stimmritze. So kann das Essen in die Luftröhre bzw. die Bronchien gelangen. Das verursacht einen heftigen Husten, das Atmen wird erschwert oder beinahe unmöglich. Hier ist schnelles Handeln angesagt: Der Gegenstand muss mittels Finger, Teelöffel oder Pinzette entfernt werden. Alternativ kann das Kind auch bäuchlings über das Knie gelegt werden (der Elternteil sitzt dabei auf einem Stuhl), der Kopf wird nach unten gehalten. Nun wird mit der Faust auf den Bereich zwischen den Schulterblättern geschlagen. Im Idealfall kann das Kind dann den Gegenstand einfach heraus husten. Der sogenannte Heimlich-Griff kann erst bei Kindern ab zwei Jahren angewendet werden. Hierbei wird das Kind von hinten umfasst und ihm ein Stoß gegen den Rippenbogen gegeben. Dadurch soll das Zwerchfell gereizt werden.
Läuft das Kind blau an und helfen diese Maßnahmen nicht, sollte unverzüglich ein Rettungswagen angefordert werden.

Vorbeugen

Kleine Gegenstände sollten ständig aus dem Bereich eines Kindes weggeräumt werden. Obst und Gemüse vorzugsweise raspeln.
Spielzeuge für Kleinkinder enthalten oftmals Batterien. Achten Sie darauf, dass die entsprechenden Fächer gut verschlossen sind.

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