Wie mache ich die Wohnung kindersicher?

Gefahrenquelle Haushalt: So schützen Sie Ihr Kind im Kleinkindalter
Kinder sind von Natur aus neugierig. Selbst Babys sind bereits kleine Entdecker und erforschen mit großem Interesse ihre Umgebung. Ein Gefahrenbewusstsein entwickeln sie allerdings erst im Laufe der Jahre. So fällt es beispielsweise Kleinkindern schwer, ein fahrendes Auto von einem parkenden zu unterscheiden. Dennoch sollten Kinder spielen und Erfahrungen machen dürfen. Nur so können sie lernen, Gefahren selbst einzuschätzen und Grenzen zu erkennen.

Vorbild sein

Im Alltag sollten Eltern daran denken, ihrem Kind ein Vorbild zu sein. Tragen Sie beim Fahrradfahren beispielsweise einen Fahrradhelm, auch wenn dieser bisher nur für Kinder Pflicht ist. So wird es für Ihr Kind schnell selbstverständlich sein und später nicht zu Diskussionen führen.

Die häufigsten Gefahrenquellen

Noch immer sterben in Deutschland jährlich mehrere hundert Menschen in Folge eines Brandes. Ein Großteil davon hätte durch einen Rauchmelder gerettet werden können. Zwar haben einige Bundesländer diesbezüglich bereits eine verpflichtende Gesetzgebung, aber nur ein geringer Prozentteil der Bevölkerung hat welche installiert - dabei sind Rauchmelder kostengünstig (z.b. ein Gira Rauchmelder) und können im Unglücksfall sogar Leben retten.
Weiterhin sollten alle Steckdosen mit einem Kinderschutz versehen werden. Regale, die bei kleinen Kletterattacken kippen könnten, stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Auch Fenster und Balkontüren sollten extra gesichert werden. Achten Sie auch darauf, keine Gegenstände wie Stuhl, Tisch oder Bettchen in der Nähe geöffneter Fenster stehen zu lassen – sie werden von Kleinkindern gerne als Kletterhilfe verwendet. Lassen Sie beim Lüften das Kind niemals unbeaufsichtigt. Treppen sollten mit einem Schutzgitter versehen werden.
Auch beim Kochen gilt es, einiges zu beachten: Heiße Töpfe, Wasserkocher, etc. nicht in Reichweite des Kindes stellen. Verzichten Sie am besten vorerst auf Tischdecken. Der Herd kann mit einem sogenannten Herdschutzgitter abgesichert werden – das verhindert, dass Kleinkinder auf die vorderen Herdplatten fassen können. Idealerweise bevorzugen Sie beim Kochen die hinteren Platten, diese sind nicht so leicht erreichbar. Auch der Hochstuhl ist bei kleinen Kletterern beliebt. Lassen Sie deshalb Ihr Kind möglichst nicht unbeaufsichtigt darin sitzen. Beim Baden sollte ebenfalls stets eine Aufsichtsperson anwesend sein.

Aufräumen

Medikamente, Reinigungsmittel und Farben müssen nun an einem sicheren Ort lagern bzw. mit einem Schrank- oder Schubladenschutz unzugänglich gemacht werden. Kinder probieren gerne alles Unbekannte aus und werden oft von den bunten Verpackungsfarben angezogen. Auch Zigaretten, Feuerzeuge und Plastiktüten sind tabu und haben nichts in der Reichweite eines Kindes zu suchen.
Beim Spielen im Garten sollten Eltern darauf achten, ob giftige Pflanzen vorhanden sind. Teiche, Regentonnen, etc. sollten abgesichert sein – und bedenken Sie auch jene in der näheren Umgebung. Vorsicht auch bei Haustieren: Selbst beim eigenen Hund sollten Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt lassen, da es oftmals für das Tier unvorhersehbar handelt.

Aber keine Sorge: Viele der Ratschläge sind schnell und einfach umzusetzen. Sie werden sehen, dass Sie schon bald einen „geschulten“ Blick dafür haben, was gefährlich werden könnte. Seien Sie bitte nicht übermäßig besorgt – es ist normal, dass Kinder sich Beulen und Schrammen zuziehen. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Gefahren zu erkennen und umsichtig zu handeln, lassen Sie ihm aber stets genügend Freiraum für seine eigene Entwicklung.

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