Onomastik Die Bedeutung von Familiennamen

Wir alle kennen und wir alle besitzen sie: Familiennamen, in der heutigen Zeit oft einfach Nachname genannt. Sie zeigen auf, woher wir kommen, zu welchen Menschen wir verwandtschaftstechnisch gehören und mit welchen Familien unsere Familie eventuell in Verbindung steht.

Familiennamen haben heute keine ganz so große und tragende Bedeutung mehr, wie es vor Jahrhunderten von Jahren einmal der Fall gewesen ist. Damals zeigten sie sehr genau auf, wer wohin gehörte – das betraf teilweise sogar den gesellschaftlichen Stand. Der Familienname deutete sogar darauf hin, ob jemand adelig war oder nicht. Manche Dinge haben sich noch heute gehalten – andere jedoch nicht.

Onomastik – die Lehre der Namen

Jeder Familienname hat eine Bedeutung. Allerdings muss man manchmal sehr weit in die Vergangenheit gehen, und sich so auf die Spuren des vorliegenden Stammbaums begeben, um diese ganz genau herauszufinden. Damit beschäftigen sich heute überwiegend sogenannte Namensforscher (fachsprachlich „Onomastiker“ genannt). Sie begeben sich nicht nur regelmäßig auf die Suche nach der deutschen Sprache und der genauen Bedeutung, die bestimmte Nachnamen haben, sondern erforschen auf Wunsch auch ganze Stammbäume. Denn, wie wir es auch heute noch wissen, entwickelten sich nicht nur die Nachnamen und ihre Bedeutung in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten weiter – sondern auch Familien.

Vor allem früher konnte nur ein männlicher Nachkomme einen Familiennamen weiterführen. Weibliche Nachkommen nahmen nach der Hochzeit immer den Familiennamen des Gemahls an und legten ihren eigenen Familiennamen ab. Er wurde ausschließlich im Stammbuch vermerkt – doch auch, als erstmalig die Scheidung rechtskräftig wurde, konnte die Frau ihren Familiennamen zu damaligen Zeiten nicht zurückerlangen.

Schmied, Schneider und Graf – Familiennamen und ihre ursprüngliche Bedeutung

Der Nachname wurde erstmalig im 12. Jahrhundert eingeführt. Er sollte dazu dienen, Personen und Familien untereinander zuordnen zu können und somit auch Besitztümer. Vorher wurden Familien anhand des Vaters und dessen Beruf zugeordnet, beispielsweise indem Kinder als Kinder des Schmieds oder Ehefrauen als Frau des Schmieds betitelt wurden. Umso dichter die Bevölkerungsrate in Städten und Dörfern aber wurde, umso schwieriger wurde es, so einen Überblick zu bewahren. Der Familienname war geboren, löste die Beinamen ab und wurde erstmalig auch über Generationen hinweg vererbt. Der Einfachheit halber wurden viele Nachnamen zu Beginn aber aus den bestehenden Beinamen geformt. So wurde aus Alfons dem Schmied kurzerhand Alfons Schmied und aus seiner Tochter Hannah, Tochter des Schmieds, einfach Hannah Schmied.

Doch nicht nur Berufe, die damals üblich genutzte Beinamen waren, wurden zu Nachnamen abgeändert. Auch damalige Gutsnamen wurden zu Nachnamen und hielten sich auch dann noch als Familiennamen, wenn das Gut sich nach mehreren Jahrzehnten gar nicht mehr im Familienbesitz befand. Zudem versuchte man Adelige von der Masse abzuheben, indem man sie entweder schlichtweg als Erwin Graf betitelte oder aber ein einfaches, aber damals aussagekräftiges, „von“ in den Familienname einfügte.

Beste Artikel in Familie & Kind
Verwandte Artikel
Artikelinformationen