Schulstress – immer mehr Schüler sind betroffen

Burnout-Syndrome und andere Stresserscheinungen sind heute keine Beschwerden mehr, die nur Erwachsene treffen. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Leistungsdruck – vor allem in der Schule. Aber wie kann man sich als Elternteil verhalten, wenn der Nachwuchs eindeutig unter Schulstress steht?

Vor allem muss man die Symptome kennen und einordnen können. Stress kommt nicht immer mit denselben Auswirkungen und in der gleichen Intensität daher. Bei manchen Kindern wirkt er stärker und drastischer als er wirklich ist. Bei anderen Kindern bemerkt man ihn hingegen vielleicht erst, wenn es fast zu spät ist.

Schulstress: So könnte er sich bemerkbar machen!

Deshalb sollte man als Elternteil, als Lehrer aber auch als Angehöriger bereits bei kleinen Anzeichen – die auf Stress deuten lassen könnten – hellhörig werden. Kinder und Jugendliche, die unter Stress stehen, können sich unterschiedlich verhalten. Wie genau sie die Stressauswirkungen zeigen, oder eben nicht zeigen, hängt in erster Linie vom Charakter ab. Manche Kinder ziehen sich zurück und werden eher träge, ruhiger und sogar scheinbar antriebslos. Andere Kinder zeigen hingegen eine erhöhte Anfälligkeit für Aggressionen, Unruhe und Aufgedrehtheit. Wenn Sie als betroffenes Elternteil also das Gefühl haben, Ihr Spross verhält sich ungewöhnlich oder anders als sonst, könnte das ein erstes aber ernst zu nehmendes Anzeichen von Schulstress sein.

Problematisch könnte es allerdings bei Jugendlichen werden. Denn bei diesen werden erste Anzeichen von erhöhtem Stress in Alltag und Schule schnell der Pubertät zugeschrieben. Deshalb sollte man hier nach eventuellen Krankheitsanzeichen Ausschau halten, die oft mit den Stimmungsschwankungen einherkommen, die sowohl von Stress, als auch von den in der Pubertät vorherrschenden Hormonschwankungen ausgelöst werden können. Magen-Darm-Beschwerden, häufige kleinere Krankheiten und erhöhte Müdigkeit könnten entsprechende Symptome sein.

Hilfe, um Stress in der Schule zu bewältigen

Ebenfalls lässt sich Stress an plötzlich stark abfallenden Noten erkennen. Vor allem dann, wenn der Spross vorher und auch übergreifend keine großen Probleme hatte, mit dem Schulstoff mitzukommen. Entsprechende Problematiken, ebenso wie die anderen bekannten Stresserscheinungen, treten übrigens oft gehäuft im Gymnasium und gegen Ende des Halb- und Schuljahres auf – denn hier ist der Leistungsdruck am höchsten. Allerdings können auch Schüler anderer Schularten Symptome von Stress zeigen. Deutlich seltener betroffen sind Schüler einer Grundschule.

Stress lässt sich in den meisten Fällen nur in der Anfangphase selber und ohne fachmännische Hilfe bewältigen. Deshalb sollte man vor allem bei Kindern und Jugendlichen lieber so schnell wie möglich den Hausarzt hinzuziehen. Bei leichten Anzeichen kann es allerdings bereits hilfreich sein dem Kind zu zeigen, dass man auch von weniger guten Noten nicht direkt enttäuscht ist. Drohungen sollten nicht ausgesprochen werden – beispielsweise indem man androht, das Kind an eine andere Schule oder in ein Internat zu schicken. Das hilft weder dabei eine eventuelle Lernschwierigkeit zu überwinden, noch hilft es dabei, bestehenden Leistungsdruck abzubauen. Besser ist es, in Ruhe und verständnisvoll nach Lösungen zu suchen: und zwar gemeinsam.
 

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