Wochenbett: Schonzeit nach der Geburt

Durchschnittlich drei Tage bleibt die frisch gebackene Mutter nach einer Spontangeburt im Krankenhaus. Das Wochenbett dauert jedoch viel länger und zeichnet sich durch unterschiedliche Phasen aus.

Mutter und Kind im Wochenbett

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Im Frühwochenbett (die ersten zehn Tage nach der Geburt des Kindes) steht die körperliche Erholung im Vordergrund. Neben der Schwerstarbeit Geburt, muss der Geburtsweg oder eine eventuelle Kaiserschnittnarbe heilen, die Gebärmutter muss sich zurück bilden und in den ersten Tagen kommt es zum Milcheinschuss. Das Stillen ist für Erstgebärende eine völlig neue Erfahrung und auch die Geburt als solches möchte seelisch verarbeitet werden. Hinzu kommen praktische Fragen der Babypflege.
Es ist wichtig, dass Sie Ihren Körper schon bald wieder aktivieren. Je nach Verlauf der Geburt (z.B. Dammriss oder Kaiserschnitt), muss dieses aber natürlich im Rahmen der körperlichen Verfassung bleiben. Langes und häufiges Stehen sollten dabei vermieden werden.

Frühwochenbett

Nach etwa drei Tagen kommt es zum Milcheinschuss. Dabei werden die Brüste häufig heiß und schmerzhaft prall. Linderung verschaffen Quarkwickel oder Kühlkompressen. Aber keine Sorge: Das geht schnell vorüber und ihr Körper nimmt seine neue Aufgabe gekonnt wahr. Beim richtigen Anlegen des Babys helfen Ihnen die Krankenschwestern bzw. die Nachsorgehebamme.

Wochenbettdepression

Zwischen dem fünften und zehnten Tag nach der Geburt bekommen zahlreiche Frauen den sogenannten Babyblues. Der Babyblues ist hormonell bedingt und kein Grund zur Beunruhigung. Während der Schwangerschaft wurden in der Plazenta bestimmte Hormone gebildet, deren Anzahl mit der Geburt stark absinkt. Gleichzeitig wird Prolaktin (zuständig für die Milchbildung) ausgeschüttet, so dass dieser plötzliche hormonelle Wechsel zu starken Gefühlsschwankungen führen kann. Den Wöchnerinnen ist dabei häufig zum Weinen zumute – und sei es nur, weil sie so glücklich sind, ihr eigenes Kind in den Armen zu halten. Bessert sich der Zustand der Mutter nach einigen Tagen nicht, sollte ein Arzt konsultiert werden. Nur er kann eine behandlungsbedürftige postnatale Depression ausschließen.

Spätwochenbett

Ab dem elften Tag bis etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt spricht man vom Spätwochenbett. In dieser Zeit folgen weitere Hormonumstellungen und auch der Alltag hält Einzug in Ihr neues Familienleben. Was anfangs noch als enorme Herausforderung erschien, ist inzwischen Routine. Nach Ablauf des Spätwochenbettes sollten Sie einen Nachsorgetermin bei ihrem Frauenarzt vereinbaren und einen Rückbildungskurs (dieser wird von der Krankenkasse bezahlt) beginnen.
Auch die Geburtsverarbeitung sollte nun abgeschlossen sein. Allerdings gelingt das nicht jeder Frau. Oftmals verlief die Geburt ganz anders als erwartet, weil zum Beispiel ein sekundärer Kaiserschnitt gemacht werden musste. Vielen Frauen plagen sich deshalb mit Schuld- oder Versagensgefühlen und tun sich schwer, das Geburtserlebnis zu verarbeiten. Sprechen Sie mit nahestehenden Menschen darüber – egal, ob Partner, Mutter oder gute Freundin. Reicht Ihnen das nicht aus, um Ihre Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, können Sie auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Diese finden Sie zum Beispiel im Internet unter www.geburtsverarbeitung.de oder bei Ihrer Hebamme.

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