Vitamin K: Prävention gleich nach der Geburt Vitamin D und Vitamin K bei Babys 

Eines von zehn neugeborenen Babys leidet unter einer stark erhöhten Blutungsneigung, die durch einen Vitamin-K-Mangel ausgelöst wird. VKDB ("vitamin K deficiency bleeding" ), auch Morbus haemorrhagicus neonatorum genannt, verursacht spontane Blutungen , die meistens in den ersten sieben Wochen nach der Geburt auftreten und schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Vitamin D und Vitamin K bei Babys

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Aus diesem Grund wird in den Krankenhäusern eine Vitamin-K-Prophylaxe verabreicht.
In der Regel wird Vitamin K nach der Geburt des Babys oral in Tropfenform verabreicht. Eine weitere Dosis bekommt es jeweils bei den Vorsorgeuntersuchungen U2 und U3.

Kritik

Kritiker geben immer wieder zu bedenken, dass es keinen Richtwert gibt, wie viel Vitamin K ein Neugeborenes im Körper haben sollte. Außerdem beinhalte die erste Stillmilch (Kolustrum) sowie die Hintermilch reichlich Vitamin K. Dem gegenüber allerdings steht die Tatsache, dass die Verabreichung dieses Vitamins nachweislich die Fälle von VKDB reduziert hat.
Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme darauf ansprechen. Sie haben die Möglichkeit, sich nach der Geburt gegen eine Vitamin-K-Gabe zu entscheiden. Broschüren können eventuell für Aufklärung sorgen.

Vitamin D: Rachitis vorbeugen

Babys haben nachgewiesenermaßen einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf. Kein Wunder, so ist das Cholecalciferol für die Kalzium-Aufnahme und damit für die Knochenbildung wichtig. Ein dauerhafter Vitamin-D-Mangel ist nicht nur Auslöser für Rachitis, sondern kann auch Knochenverkrümmungen hervorrufen. Häufig betroffen sind die Beine (sogenannte X- oder O-Beine) sowie die Wirbelsäule.
Vitamin D ist zwar in einigen Lebensmitteln in geringen Mengen vorhanden, wird aber als einziges Vitamin außerhalb des Körpers durch Synthese mittels Sonnenlicht (UV-Strahlung) gebildet. In Deutschland ist es deshalb vor allem in den Wintermonaten schwer, eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung zu gewährleisten.
Säuglinge erhalten in der Regel ab dem fünften Lebenstag täglich eine Tablette mit einem Gehalt von 12,5 µg/Tag. Vorrangiges Ziel hierbei ist die Prävention von Rachitis. In der Regel sollten Kinder diese Dosis bis zum zweiten Lebenswinter erhalten. Zeitgleich sollte außerdem auf die Aufnahme von Kalzium geachtet werden, damit dieses auch tatsächlich in den Knochen eingelagert werden kann.
Die Einnahme von Vitamin D wird nicht nur bei Flaschenkindern, sondern auch bei Stillkindern empfohlen. In amerikanischen Studien wurde bei letzteren häufig ein Mangel bei Babys nach dem zweiten Lebensmonat nachgewiesen.

Kritik

Kritik wird immer noch häufig von Seiten der Hebammen ausgeübt. Sie warnen vor einer Überdosierung, die ein vorzeitiges Schließen der Fontanelle zur Folge haben kann. Bei Einhaltung der Dosierungsvorgaben kann dies aber ausgeschlossen werden. Allerdings ist es bei Sommerkindern tatsächlich in Ordnung, an besonders sonnigen Tagen mit ausreichendem Aufenthalt an der frischen Luft auf eine Tagesdosis zu verzichten. Bei Unsicherheiten sollten Ihren Kinderarzt ansprechen. So können eventuelle Zweifel vielleicht ausgeräumt werden.

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