Ab sofort wieder Krankengeld für Selbständige in der gesetzlichen Krankenversicherung 

Arbeitnehmer, die in einer gesetzlichen Krankenkasse Pflichtmitglied sind, brauchen sich keine Gedanken zu machen, um eine Absicherung wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit zu haben. Wenn sie krank sind, dann zahlt zunächst der Arbeitgeber den Bruttolohn und ab einer gewissen Zeit (meist sieben Wochen) die Krankenkasse den Nettolohn weiter.

Selbstständige hatten hier schon immer ein Problem, denn sie mussten sich aktiv um diese Absicherung (das Krankengeld- gelegentlich auch als Krankentagegeld bezeichnet) kümmern.

Während Arbeitnehmer hinsichtlich der Entscheidung zwischen gesetzlicher oder privater Krankenkasse keine Wahlfreiheit hatten, mussten Selbstständige sich immer schon dafür entscheiden, ob sie eine private Krankenversicherung oder die freiwillige Versicherung in einer gesetzlichen Krankenversicherung abschließen. Zugunsten von letzter sprach bis 2008 auch, dass man recht einfach eine Absicherung des Einkommensausfalls bei einer Krankheit vereinbaren konnte. Recht günstig war eine Variante, wo man erst nach längerer Krankheit einen Einkommensersatz (=Krankengeld) bekam. Das Risiko einer kürzen Krankheit, musste man mit eigenen Mitteln absichern.

Für Anfang 2009 hatte der Gesetzgeber diese Möglichkeit der Mitversicherung des Einkommensausfalls für Selbstständige, die freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, abgeschafft. Die Krankenkassen konnten dies ihren Mitgliedern nur mitteilen und gleichzeitig den Abschluss einer zusätzlichen Versicherung zum Erhalt des Krankengeldes anbieten. Allerdings hat man wohl in Berlin recht schnell erkannt, dass man hier ein Problem schafft, das langfristig unkalkulierbar ist. Denn wenn sich viele Selbstständige nicht absichern, dann drohen ihnen (und mittelbar den Sozialkassen) erhebliche Probleme.

Ich persönlich habe Anfang 2009 eine Zusatzversicherung zum Erhalt des Krankengeldes abgeschlossen. Doch schon nach wenigen Wochen kamen Pressemeldungen, dass die alte Regelung (Krankengeld als Bestandteil der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung) wieder in Kraft gesetzt wird. Eine Rückfrage bei Bundesministerium für Gesundheit bestätigte die Pressemeldungen; während allerdings meine Krankenkasse noch nichts von der Neuplanung wusste.

Seit dem 1. August ist es nun gesetzlich verbindlich. Durch das "Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften" haben Selbständige wieder die Möglichkeit, zum allgemeinen Beitragssatz von 14,9 Prozent die gesetzliche Krankenversicherung um die Möglichkeit für Krankengeld zu ergänzen. Wenn sie dies tun, dann erhalten sie (wie die Arbeitnehmer) ab der siebten Woche einer Arbeitsunfähigkeit Krankengeld.

Freiwillig Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse müssen bis zum 30.9. diese Entscheidung treffen. Per "Wahlerklärung" gegenüber ihrer Krankenkasse. Entweder sie wählen einen Beitragssatz von 14,3 % und schließen eine zusätzliche Krankengeld-Versicherung ab. Oder sie wählen den allgemeinen Beitragssatz von 14,9 % mit dem Krankengeld ab der siebten Woche.

Für die erste Möglichkeit sprechen nicht nur die überschaubaren Kosten. Nachteil der zweiten Lösung (Wahltarif Krankengeld) ist auch, dass man für drei Jahre an die jeweilige Krankenkasse gebunden ist. Ohne den Wahltarif kann man eher kündigen, z.B. wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag verlangt. Keinesfalls sollte man auf eine Krankengeld-Absicherung verzichten. Denn bei einer nicht vorhersehbaren längeren Erkrankung droht sonst eine Gefährdung der Existenz.

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