Alles was Sie über AVGs wissen müssen

Es ist nicht immer einfach, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Selbst wenn viel Ehrgeiz und gute Motivation vorhanden sind, kann sich die Arbeitssuche durchaus schwierig gestalten. Die Ursachen dafür sind verschieden aber oft auch sehr einfacher Natur. In einer solchen Situation hilft eventuell ein privater Personalvermittler. Durch sein Wissen und seiner Erfahrung gewinnt man wertvolle Erkenntnisse. Der Weg zu einem neuen Job führt aber oft auch über eine Weiterbildung oder eine Umschulung. Anhand solcher Maßnahmen ist es meistens leichter, eine neue und passenden Arbeitsstelle zu finden.
 

AVGs

AVGs über die Bundesagentur für Arbeit beantragen


Werden alle nötigen Voraussetzungen erfüllt, können Interessierte einen sogenannten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, abgekürzt AVGs, beantragen. Zuständig für den Antrag und die Vergabe des AVGs ist die Bundesagentur für Arbeit am Wohnsitz der arbeitssuchenden Person. Den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein gibt es in verschiedenen Versionen.


Welche Maßnahmen deckt ein AVGs ab und welche Versionen gibt es?

Mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein werden folgende Maßnahmen finanziert:


  • AVGS-MAG: Die Teilnahme an einer Trainingsmaßnahme mit einem Zeitraum zwischen 6 und 8 Wochen (Umschulungen, Weiterbildungen, Fortbildungen)

  • AVGS-MAPAV: Die Vermittlung eines Arbeitsverhältnisses mit Sozialversicherungspflicht durch einen privaten Arbeitsvermittler

  • AVGS-MAT: Job-Coaching bzw. Profiling


Welche Personen können einen AVGs beantragen?

Die Bundesagentur kann bei entsprechend vorliegenden Bedingungen auf freiwilliger Basis einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein bewilligen, wenn:


  • die Arbeitslosigkeit weniger als 6 Wochen beträgt

  • der Antragsteller von Arbeitslosigkeit bedroht ist (die Person ist noch beschäftigt, die Kündigung wurde aber bereits ausgesprochen)

  • ein Anspruch nach Arbeitslosengeld II besteht


Alle Personen haben einen Rechtsanspruch auf einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, sofern sie folgende Bedingungen erfüllen:


  • Die antragstellende Person muss Arbeitslosenunterstützung beziehen

  • Innerhalb der vergangenen 3 Monate war die antragstellende Person vor der AVGS-Beantragung 6 Wochen oder mehr arbeitslos

  • Die antragstellende Person wurde noch nicht vermittelt


Gültigkeiten und Zeitrahmen für beantragte AVGs

Bei der Frage der Dauer der Gültigkeit müssen Berechtigte besonders aufpassen. Denn eine einheitliche gesetzliche Regelung, wie es sie einmal gab, existiert nicht mehr. Jeder Betreuer der Agentur für Arbeit kann die Gültigkeit für jeden Fall individuell festlegen. In der Regel beschränkt sich die Dauer der Gültigkeit auf einen Zeitraum von 3 Monaten.


Abgesehen von der Dauer der Gültigkeit gibt es Umstände, bei deren Eintreten die Gültigkeit sofort erlischt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn:


  • der Berechtigte eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufnimmt

  • der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt

  • die Arbeitslosigkeit endet, zum Beispiel durch Selbstständigkeit oder durch Mutterschutz

  • wenn die Arbeitssuche eingestellt wird

  • wenn die Vermittlung von der Agentur für Arbeit übernommen wird


Der Weg zum AGVs – so beantragen Sie einen AGVs


Den Antrag stellt man beim zuständigen Betreuer der Agentur für Arbeit. Dabei besteht die Möglichkeit, sich vom Betreuer umfassend beraten zu lassen. Wer keine Beratung benötigt, kann den Antrag telefonisch oder schriftlich anfordern. Der Antrag wird dann per Post zugestellt.


AZAV für die Abrechnung des AVGs

Für eine korrekte Abrechnung muss der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein einer AZAV-zertifizierten Arbeitsvermittlung übergeben werden. Die Übergabe erfolgt erst dann, wenn:


  • Eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit durch den Arbeitsvermittler vermittelt wurde und

  • sämtliche Bedingungen und Nebenbestimmungen des AVGs erfüllt wurden.


Engagement zeigen und aktiv an der Zuteilung eines AVGs mitarbeiten


Die Antragsstellung für einen AVGs ist immer nur dann sinnvoll, wenn seitens des Antragstellers ein ernsthaftes Interesse an einer Arbeitsvermittlung besteht. Erkennt der Arbeitsvermittler, dass kein Wille und keine Motivation vorhanden sind, kann er seinerseits seine Bemühungen und Unterstützungsleistungen beschränken. Im Sinne einer ´gezielten und schnellen Jobvermittlung ist es immer wichtig, den Arbeitsvermittler von der ernsthaften Absicht und des Willens, eine neue Stelle finden zu wollen, zu überzeugen.

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