Der Erfolg des Sparbuchs in der Krise - Gibt es Alternativen? 

Vor ein paar Jahren war das Sparbuch fast vergessen; kreative Anlageformen mit viel Risiko bestimmten die Diskussion um die Geldanlage. Doch durch die Krise an den internationalen Finanzmärkten ist das Sparbuch wieder interessant für die Geldanleger geworden.

Denn nach der Krise möchte man keine Risiken mehr eingehen und man nutzt gerne das bekannte Sparbuch. Da wird auch kaum beachtet, dass das Sparbuch (gerade in einer Krise) nur sehr niedrige Zinsen abwirft und dass das Sparbuch alles andere als flexibel im Einsatz ist.

Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes liegt das Sparbuch seit der Krise wieder an der Spitze der Anlageformen. Gleichzeitig wurde ermittelt, dass das Motiv Sicherheit ganz vorne bei den Anlagezielen liegt, auch ein Grund zum Sparbuch zu greifen. Die Krise macht die Geldanleger wieder zu konservativen Sparern und damit zu zurückhaltenden Sparbuch-Inhabern. Geldanlagen, die ein Depot bei einer Bank oder Sparkasse benötigen, sind hingegen nur von etwa 20 % der Geldanleger im Focus des Interesses. Und diese nutzen auch inzwischen sehr gern das Sparbuch, um angesichts der Krise mehr Sicherheit und Beständigkeit in ihre Geldanlage zu bekommen.

Dabei haben die meisten Varianten beim Sparbuch deutliche Nachteile gegenüber dem Festgeld, dem Tagesgeldkonto oder der Anlage in Bundesschatzbriefen. Mit dem Sparbuch kann eine gewisse Bindungswirkung einhergehen, die unterschiedlich gestaffelt ist und zu Kosten führt, wenn man schneller über das Sparbuch-Geld verfügen will. Kommt man dann in eine Situation der Krise, dann kann man zwar schnell über das Geld auf dem Sparbuch verfügen, muss aber mit Abschlägen bei der Zinsberechnung kalkulieren, insbesondere dann, wenn das Sparbuch eine längere Kündigungsfrist hat. Demgegenüber wäre eine Anlage auf einem Tagesgeldkonto für eine finanzielle Krise die bessere Alternative, weil man hier ohne Kosten sofort und jeden Tag eine Abhebung in beliebiger Höhe vornehmen könnte. Je nach Anbieter sind die Zinsen gegenwärtig sogar höher beim Tagesgeld als beim Sparbuch. Und die Sicherheit dieser Anlage ist auch in der Krise nicht schlechter als das Sparbuch. Gegenüber dem Festgeld ist das Tagesgeld im Moment deutlich im Vorsprung, weil die Festgeldzinsen wie alle anderen Zinsen im Keller sind. Deshalb sollte man gegenwärtig nicht das Festgeld als Alternative zum Sparbuch nutzen.

Tagesgeld und Bundesschatzbriefe sind die besten Alternativen zum Sparbuch in der Krise. Auch bei den Bundesschätzchen kann man pro Monat je 5000 Euro zurückgeben und zu Bargeld machen, wenn der Anlagebetrag beim Bund mindestens ein Jahr gestanden hat. Längerfristig sind also nach der Krise das Tagesgeld und die Bundesschatzbriefe die beste Alternative zum Sparbuch.

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