Der Schufa-Score: die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls

Schufa steht für Schutzgemeinschaft der Kreditwirtschaft und führt eine umfangreiche Datenbank säumiger Schuldner. Denn die Kreditgeber wollen mit der Schufa sicherstellen, dass sie keine neuen Kredite an Leute geben, die nicht in der Lage sind, diese zurückzuzahlen. Der Schufa-Score hat damit aber wenig zu tun. Denn die Schufa berechnet auch bei Personen, die bisher alle Kredite pünktlich zurückgezahlt haben (die also keinen Schufa-Eintrag haben) die Wahrscheinlichkeit, das sie einen neuen Kredit zurückzahlen: den Schufa-Score. (Vgl. auch zum folgenden die offizielle Webseite zum Schufa-Score: http://www.schufa.de/score/).

Der Schufa-Score ist also eine Prognosezahl, den die Schufa an Hand der über die Person vorliegenden Daten recht einfach bestimmen kann. Liegt der Schufa-Score sehr hoch (z.B. 99 % des Maximums) dann wird dieser Schufa-Score schon dafür sorgen, dass man den gewünschten Kredit oder den gewünschten Vertrag bekommt. Liegt der Schufa-Score deutlich niedriger, dann kann es sich der zukünftige Vertragspartner überlegen, ob er wegen des Schufa-Score auf eine Vertragsaufnahme verzichtet oder weitere Recherchen anstellt, die es ihm trotz schlechtem Schufa-Score des Kunden ermöglichen, den gewünschten Vertrag abzuschließen. Ein niedriger Schufa-Score kann sich auch so auswirken, das Vertragsregeln angepasst werden.

Den Schufa-Score, den die Schufa zu Verbrauchern berechnet, basiert auf allen Daten, die die Schufa zum jeweiligen Verbraucher hat. Diese Daten kann man bei der Schufa abfragen und richtigstellen, wenn man als Verbraucher Fehler vermutet, die auch den eigenen Schufa-Score abgesenkt haben. Zu diesen Daten gehören z.B. die Anzahl und der Art der Kreditaktivitäten, schon mal vorgekommene Zahlungsausfälle oder Daten zum Umgang mit Kreditgeschäften. Da die Schufa keine Daten zur Staatsbürgerschaft, Einkommen oder beruflicher Tätigkeit hat, können diese nicht direkt in den Schufa-Score einfließen. Auch die Wohngegend wird nach Angabe der Schufa im Schufa-Score nicht berücksichtigt.

Kritiker bemängeln am Schufa-Score, dass dieser keine Aussagekraft über die tatsächliche Bonität des Kunden liefern kann. Denn das Nichtberücksichtigen von Einkommen, Vermögen und Schulden liefere einen Schufa-Score, der wenig aussagekräftig sei. Stattdessen beziehe die Berechnung des Schufa-Score Belanglosigkeiten wie Anzahl und Art der Handyverträge, Anzahl und Art der Kreditkarten heran.

Um abzuschätzen, ob der eigene Schufa-Score möglichweise zum Problem werden kann, obwohl man sich eine hohe Bonität zuordnet, sollte man eine Schufa-Auskunft einholen und die bei der Schufa registrierten Daten kritisch prüfen. Im Gespräch mit Geschäftspartnern, die einen Aspekt von Kredit beinhalten, sollte man zurückfragen, ob diese einen Schufa-Score abgefragt haben.

 

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