Immer weniger Girokonten kostenlos - aber es gibt sie!

Es ist noch gar nicht so lange her, da kämpften Banken aggressiv um Neukunden, indem sie sich gegenseitig mit Angeboten für Girokonten überboten. Keine Kontoführungsgebühren, kostenlose Orders für Wertpapiergeschäfte, eine bar ausgezahlte Wechselprämie und obendrauf noch ein Amazon-Gutschein und eine kostenlose Kreditkarte. Das war durchaus üblich. Aktuell sieht die Lage deutlich anders aus.
 

Zinsumfeld zwingt die Banken zum Handeln

Heute finden sich nur noch wenige komplett kostenfreie Girokonten. Entweder werden für Services wie Bargeldverfügungen und die mTAN-Nutzung Gebühren fällig oder die gute alte Kontoführungsgebühr kehrt zurück – mehr zum Thema mTAN finden Sie auf wikipedia.de. In manchen Fällen trifft gar beides zu. Dieses Phänomen trifft vor allem auf Filialbanken zu, wobei auch immer weniger Direktbanken Girokonten ohne monatliche Kontoführungsgebühr anbieten.

Ursächlich ist die weiterhin anhaltende Niedrigzins- bzw. Negativzins-Phase. Diese zwingt Banken zum Sparen, denn über das Zinsgeschäft verdienen die Kreditinstitute kaum mehr Geld. Und das bekommen vor allem Kunden von Filialbanken zu spüren, denn der Betrieb eines Filialnetzes samt der dort arbeitenden Mitarbeiter kostet eine Menge Geld. Solange sich die Zinssituation nicht deutlich ändert, wird der Trend zur Wiedereinführung der Kontoführungsgebühr weitergehen.

"Wer suchet, der findet"

Trotz der aktuellen Entwicklung ist es aber nach wie vor möglich, ein Girokonto ohne monatliche Kontoführungsgebühr zu eröffnen. Der beste Anlaufpunkt ist dabei eines der einschlägigen Online-Vergleichsportale wie GirokontoVergleich.eu. Unter den Anbietern mit kostenfreien Girokonten tummeln sich vornehmlich Direktbanken und Fintech-Unternehmen, die noch neu am Markt sind und ihr Geld hauptsächlich mit anderen Geschäftsmodellen verdienen.

Unabhängig vom jeweiligen Angebot ist bei einem solchen Vergleich immer ein Blick auf das Kleingedruckte entscheidend. Denn oftmals erkaufen sich Bankkunden die fehlenden Kontoführungsgebühren durch andere Zusatzkosten oder hohe Dispozinsen. Wer also dazu neigt, sein Konto regelmäßig zu überziehen, sollte Angebote ganz genau prüfen.

Auch ist die kostenfreie Kontoführung häufig an Bedingungen wie etwa einen regelmäßigen Zahlungseingang in einer bestimmten Höhe oder die Einrichtung eines Wertpapiersparplans gekoppelt. Wer sich also die Mühe macht, ein wenig tiefer zu graben, der bekommt auch heute noch ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr, dafür aber mit attraktiven Zusatzleistungen.

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