Wo gibt es Alternativen? Kritik aus Brüssel: Deutsche Girokonto-Kosten sind zu hoch

Aus der EU-Verwaltung in Brüssel ist wiederholt Kritik an deutschen und anderen Banken gekommen, zum Beispiel wegen zu hoher Gebühren bei Auslandsüberweisungen.

Nun kommt erneut Kritik, diesmal wegen fehlender Transparenz bei vielen europäischen Banken und an der Höhe der Kosten für das Führen eines Girokontos, die in Deutschland deutlich höher ausfallen als in den Nachbarländern. Für den Verbraucher stellt sich daher die Frage nach kostengünstigen Alternativen.

Die Kritik kam von der EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva, die im September den europäischen Banken insgesamt eine undurchsichtige Preis- und Informationspolitik vorgeworfen hat. Untersucht wurden mehr als 200 europäischen Banken hinsichtlich Leistungen und Kosten, dabei wurden die relativ hohen Durchschnittskosten für das Führen eines Girokontos in Deutschland hierzulande stark beachtet.

Kritisiert wurde aber von der EU-Kommissarin zunächst die europaweit undurchsichtige Informationspolitik der Banken gegenüber ihren Kunden. So sei es besonders schwierig, Kredite mit veränderlichen Zinssätzen zu vergleichen. Die EU-Kommissarin will daher europaweite Standards einführen, womit dann der Kunde schneller und besser vergleichen kann, wenn er einen solchen Kredit benötigt.

Besonders kritisch sind die Ergebnisse der Untersuchungen bzgl. der Höhe und der Transparenz der Kosten beim Führen eines Girokontos. Etwa 89 Euro muss hierfür ein Kunde in Deutschland pro Jahr zahlen, während die entsprechenden Kosten in einem deutschen Nachbarland bis zu 50% günstiger ausfallen können. Generell kritisch wurde auch die Informationspolitik aller Banken bewertet, weil man auf den Internet-Seiten oft nur sehr unvollständige Hinweise auf die tatsächlichen Kosten eines Girokontos gewinnen konnte.

Verbraucher sollten sich einmal die Mühe machen, grob ihre Kontoführungsgebühren für ein Jahr zu schätzen. Sollten diese tatsächlich in dem Bereich bis zu 100 Euro oder noch höher liegen, dann wäre darüber nachzudenken, ob man denn nicht zu einen kostengünstigeren oder gar kostenlosen Anbieter wechseln sollte. Einen Überblick über weitgehend kostenlose Angebote findet sich bei der Stiftung Warentest: http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/test/-Girokonto/1783705/1783705/1788400/1789457/. Bei der Auswahl sollte man nicht nur auf eine gute regionale Anbindung achten, denn das Abheben von Geld bei fremden Automaten ist oft relativ teuer. Ebenso muss man beachten, wie hoch die Zinsbelastung bei einer Überziehung werden kann. Hier sind die Angebote der Banken sehr unterschiedlich ausgelegt.

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