Revolving Kreditkarten und die Gefahr der Überschuldung

Bisher waren in Deutschland als Kreditkarten sogenannte Charge- oder Debitkarten im Gebrauch. Diese sind so konstruiert, dass mindestens einmal im Monat alle Forderungen der Kreditkartengesellschaft über das Girokonto des Kunden eingezogen werden.

Der Kreditkartenkunde muss also darauf achten, dass sein Girokonto eine ausreichende Deckung hat bzw. mit seiner Bank einen Überziehungskredit vereinbaren. Da vielen Kunden auch bekannt ist, dass die Banken für eine Überziehung des Überziehungskredits sehr hohe Zinsen nehmen und dieses auch gelegentlich mit kritischen Rückfragen einhergeht, war so für den Kunden eine hohe Transparenz bei gleichzeitiger Motivation zur Zahlungsdisziplin gegeben.

Verbraucherschützer fürchten nun, dass durch eine Innovation am Kreditkarten-Markt Transparenz und Zahlungsdisziplin bei den Verbrauchern leiden könnten. Nun gibt es nämlich sogenannte "Revolving-Karten", die innerhalb der Kartennutzung eine Kreditmöglichkeit beinhalten. Nicht die die gesammelten Ausgaben des letzten Monats werden bei den Revolving-Karten auf einmal dem Girokonto belastet, sondern es wird zunächst nur ein bestimmten Betrag abgebucht, der Rest wird als Kredit auf der Revolving-Karte weitergeführt. Dafür können deutlich höhere Zinsen als beim Girokonto anfallen und sogar die Bundesverbraucher-Ministerin Ilse Aigner warnte in deutlichen Worten vor dieser neuen Kreditkarten-Variante.

Zitat:

"Ich warne alle Verbraucher vor diesen neuen Kreditkarten", sagte Aigner der "Bild am Sonntag": "Wer nicht aufpasst, landet schnell in der Schuldenfalle." Bei der Revolving-Kreditkarte kann der Kunde die Beträge in Raten zurückzahlen. Damit wird ein Teil des offenen Betrags beglichen, für den Rest fallen aber Zinsen von bis zu zwanzig Prozent an.

(Quelle: http://wirtschaft.t-online.de/c/18/24/45/28/18244528.html)

Insbesondere der Blick in die Vereinigten Staaten hat zu diesen Alarmrufen geführt. Denn dort haben viele Menschen diese Revolving-Kreditkarten in den Zeiten der Krise genutzt, um mit den finanziellen Schwierigkeiten klar zu kommen. Damit sind sie dann aber in eine Schuldenfalle geraten, die angesichts der hohen Zinszahlungen laufend gesteigert wird. Besonders brisant für die aktuelle Situation in Deutschland ist, dass im Laufe des Jahres 2009 diese Form der Kreditkarten nicht mehr unter Bankenaufsicht stehen wird. Damit würde dann auch die Transparenz in diesen Bereich verloren gehen.

Vorteilhafter für den Verbraucher wäre bei Kreditbedarf ein Ratenkredit bei einer Bank oder Sparkasse. Dieser nicht nur deutlich günstiger als der Kredit bei der Revolving-Kreditkarte, sondern unterschreitet auch die Zinshöhe beim Überziehungskredit.

 

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