Sparbriefe: Hohe Zinsen und Sicherheit in einem?

Sparbriefe gehören im weitesten Sinne der 'Familie' festverzinslicher Schuldverschreibungen an. Das ausgebende Geldinstitut garantiert dem Anleger einen bestimmten Zinssatz über einen vorher vereinbarten Zeitraum. Am Ende der Laufzeit werden sowohl das angesparte Kapital, wie auch die angehäuften Zinsen ausgezahlt.

Der Anleger zahlt dabei monatlich eine im Vorfeld festgelegte Rate, meist auf mittel- bis langfristigen Zeitraum von 5-20 oder gar 30 Jahren angelegt. Insofern lässt sich sicher von einer gegebenen Sicherheit bezüglich Verzinsung und Auszahlung des angelegten Kapitals sprechen. Diese Sicherheit hat jedoch im Umkehrschluss auch die Konsequenz, dass über das angesparte Kapital während der Laufzeit nicht verfügt werden kann, auch nicht, wenn Kapital für eventuelle Anschaffungen oder zur Überbrückung finanzieller Engpässe notwendig ist. Was die Einlagensicherung angeht, sollte der Anleger auch bei Sparbriefen darauf achten, dass das ausgebende Kreditinstitut entweder einem deutschen Einlagesicherungsfonds angehört oder aber nur jene Summe anlegen, die der gesetzlichen Mindesteinlagensicherung entspricht (seit Oktober 2008 bei 50.000 Euro, interessant vor allem für Anlagen bei ausländischen Kreditinstituten).
Was die Verzinsung bzw. Auszahlung der Zinsen angeht, unterteilen sich auch Sparbriefe prinzipiell in zwei Kategorien: Die einen zahlen die Zinsen jährlich aus, die anderen re-investieren sie (thesaurierend). Am Ende der Laufzeit werden diese Zinsen dann gemeinsam mit dem angesparten Guthaben ausgezahlt. Steuerlich kann dies große Unterschiede ausmachen. Ab dem ersten Januar 2009 gilt auch für Zinserträge die Abgeltungssteuer, welche bei 25% liegt. Erhält man somit (größere) Zinserträge nach dem 01.01.2009, werden davon erstmal pauschal 25% von der Depot führenden Bank an das Finanzamt abgeführt, ungeachtet des persönlichen Steuersatzes. Liegt dieser unter 25%, müssen zu viel bezahlte Steuern rückwirkend vom Finanzamt eingefordert werden. Läuft der Sparbrief folglich nach Januar 2009 ab, wird man alle in den Vorjahren erwirtschafteten Zinsen versteuern müssen. Lässt man sich hingegen die Zinsen jährlich auszahlen, ist die steuerliche Belastung entsprechend niedriger. Ist der persönliche Steuersatz jedoch über 25%, empfiehlt es sich sogar, die thesaurierende Variante zu wählen.

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