Niedrige Sparbuchzinsen verbuchen dennoch großen Erfolg 

Warum die derzeit und eigentlich schon immer so niedrigen Sparbuchzinsen sich dennoch und immer wieder großer Beliebtheit erfreuen, konnten bisher weder Finanzwirtschaftsexperten, Psychologen noch andere Experten ausreichend und erschöpfend erklären.

Schließlich muss man sich als Sparer vor Augen halten, dass der durchschnittliche Zinssatz bei Sparbüchern unter dem Prozentsatz der jährlichen Inflationsrate liegt und damit dieses 'Investment' eigentlich zum Minusgeschäft macht. So verliert das auf einem Sparbuch geparkte Geld bzw. dessen Nominalwert an realer Kaufkraft-Jahr für Jahr.

Dennoch entscheiden sich viele Sparer für die sehr unkomplizierte und beliebte Variante. Dabei ist auch der Zinsintervall alles andere als Sparer freundlich. Die Zinsgutschrift erfolgt jeweils am Jahresende ungleich bestimmter Tagesgeldkonten, wo das Intervall vierteljährlich und bei ausgewählten Angeboten gar täglich ist.
Es gibt jedoch Banken, die höhere Zinsen für das Sparbuch oder aber auch Staffelungen anbieten, beispielsweise, wenn man einen bestimmten Minimalbetrag einzahlt bzw. auf dem Sparbuch hat und auch dort lässt oder aber, wenn Sparbücher für Kinder eröffnet werden. Je nach Summe steigt der Zins bei entsprechenden Staffelungen um jeweils ca. 0,25%.

Löst man ein Sparbuch auf, muss man in der Regel eine Wartezeit von ca. 3 Monaten in Kauf nehmen. Möchte man nicht so lange warten, kann man auch schneller wieder an sein Geld gelangen, muss dafür jedoch einen Abschlagszins zahlen, was bedeutet, dass man einen Teil der mit Guthaben erwirtschafteten Zinsen an die Bank abtritt.

Doch trotz dieser im Gegensatz zu anderen Produkten so unflexiblen und moderat verzinsten Anlageform entscheiden sich immer noch viele Sparer für das klassische Sparbuch bzw. für die Sparbuch-Card, eine speziell von Filialbanken mit einem hohen Anteil an Selbstbedienungszonen entwickelte Variante, bei der die Sparer eine mit PIN ausgestattete Karte anstelle eines Sparbuches erhalten und via Geldautomat über ihr Guthaben verfügen können-bis zu 2000 Euro pro Monat. Ein Grund ist sicher auch, dass sie wissen: Ihr Geld ist sicher. Ein Sparbuch ist kein abstraktes Finanzkonstrukt. Zinsen und Kontostand lassen sich per Kontoauszugsdrucker ablesen und das physische Besitzen eines Sparbuchs bzw. einer SparCard scheint vor allem in Zeiten der Finanzkrise beruhigend.

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