Wird Baugeld billiger, weil die Leitzinsen sinken?

Dass Baugeld eng mit den generellen Entwicklungen am Kapitalmarkt verbunden ist, scheint außer Frage. Doch inwieweit die Zinsen auf Baudarlehen steigen oder fallen, wenn Zentralbanken wie die EZB die Leitzinsen senken und damit Kredite für Banken günstiger machen, bleibt bei jeder Senkung oder auch Anhebung abzuwarten. Die Entwicklung des Baugeldes ist von mehreren Faktoren abhängig.

So spielt auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage eine zentrale Rolle. Ist der Markt mit Baugeld gesättigt, so wird Baugeld billiger, um neue Nachfrage zu generieren. Herrscht jedoch eine große Nachfrage, vielleicht auch, weil andere Kapitalanlagen unsicher scheinen, werden die Zinsen steigen. Die aktuelle Senkung des Leitzinses auf historisches Tief können auch jene für Baugeld senken helfen, vorausgesetzt, dass auch die Bausparkassen die für sie verbilligten Kredite an die Kunden weitergeben und nicht ausschließlich zur eigenen Refinanzierung bzw. zur Bildung von Liquidität und Rücklagen nutzen. Alleine das Wissen der Anleger um die niedrigen Leitzinsen bringt Bausparkassen in Zugzwang, auch ihre Zinsen zu senken. Doch auch Bausparkassen versuchen Trends in Profit umzuwandeln und daher Zinsentwicklungen abzusehen, die nicht kurzfristig sind. Denn die Zinsbindung der Kunden an die Bausparkasse und umgekehrt gilt ja in erster Linie für Langfristdarlehen von 20 bis 30 Jahren. Insofern wäre eine Senkung von Baugeldzinsen in der drastischen Form wie auch der Leitzins gesenkt wurde, nicht machbar. Dennoch ist eine vorläufige Senkung bis zu einer ersten Konsolidierung des Kreditmarktes auch bei Bausparkassen denkbar und wahrscheinlich, geht doch keiner davon aus, dass in den nächsten 6 bis 12 Monaten die Leitzinsen wieder angehoben werden. Daher kann zumindest davon ausgegangen werden, dass der momentane Tiefstand der Zinsen für Baugeld beibehalten werden wird.

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