Einfacher Umtauschen durch Kauf im Internet 

Wer Waren im Internet kauft, hat manchmal das Problem, dass diese nach der Anlieferung dann doch nicht so ganz den Vorstellungen entsprechen. Zum Glück gibt es in Deutschland eine käuferfreundliche Gesetzgebung, die den Umtausch der Waren, die über das Internet gekauft wurden, recht einfach ermöglicht. Dabei kann der Umtausch als Rückgabe der Waren und Rückzahlung des Geldes gestaltet werden - die beste Form des Umtauschs für den Käufer.
Käufe über das Internet fallen nämlich regelmäßig unter das Fernabsatzgesetz (inzwischen in das Bürgerlicher Gesetzbuch integriert), das einen einfachen Umtausch ermöglicht, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind. (Quelle: http://dejure.org/gesetze/FernAbsG)

Das Fernabsatzgesetz wird angewendet auf alle Fernabsatzverträge, also alle Kauf- und auch Dienstverträge, die zwischen einen End- Verbraucher und einen Unternehmern per Internet, per Telefon oder über eine andere Fernkommunikation (wie beispielsweise Bestellung per Katalog) abgeschlossen wurden.

Der Käufer muss also eine Privatperson sein und darf nicht als Unternehmen das Produkt oder die Dienstleistung einkaufen. Firmen, die über das Internet beispielsweise Druckerpapier kaufen, haben also kein Umtausch- oder Rückgaberecht.

Der Verkäufer muss dagegen ein Unternehmen sein. Hierzu zählen auch Privatpersonen, die sehr häufig als Verkäufer tätig werden, aber keine Privatpersonen, die nur gelegentlich Produkte über eBay oder andere Verkaufsplattformen anbieten. Gegenüber diesen Privatverkäufern hat man also kein Umtauschrecht. Wer Profi-Seller bei eBay ist, sollte sich nicht darauf zurückziehen, dass er eine Privatperson ist, denn er ist im erheblichen Umfang wirtschaftlich tätig.

Die entscheide Regelung findet sich im § 361a des BGB: "Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen": Innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Warenannahme kann der Verbraucher seine Willenserklärung zum Kauf widerrufen, woraus sich dann automatisch eine Auflösung des Kaufvertrages ergibt.

Der Käufer muss natürlich dann die Ware im ursprünglichen Zustand an den Verkäufer zurückgeben. Dies bedeutet aber nicht, dass die Ware noch nicht benutzt werden durfte. So hat der Käufer beispielsweise nach dem Kauf eines Notebooks dieses ausgepackt und in Betrieb genommen. Wenn keine sichtbaren Spuren auf dem Notebook vorhanden sind, dann ist dieses auch zwei Wochen nach Lieferung im ursprünglichen Zustand. Der Käufer kann das Notebook in die alte Originalverpackung zurücktun und an den Verkäufer zurückschicken.

Man sollte als Käufer also die Verpackung noch nicht weggeworfen haben. Der Postversand geht zu Lasten des Verkäufers. Prinzipiell hat dieser aber einen Anspruch auf Nutzungsentgelt für die Zeit der Überlassung der Ware, aber auf diesen kleinen Betrag verzichten meistens die Verkäufer.

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