Gegen unerwünschte Werbung vorgehen: Diese Möglichkeiten haben Sie

Die meisten Verbraucher kennen das: Sie haben in einem Onlineshop eingekauft, beim Checkout extra darauf geachtet, keinen Newsletter zu abonnieren und dennoch erhalten sie nur wenige Tage später von genau diesem Unternehmen eine Werbe-E-Mail. Doch ist so etwas überhaupt erlaubt?

Bild: © Photodisc/Thinkstock

Das Thema Spam und unerwünschte Werbung fällt in den Zuständigkeitsbereich von Datenschutzbeauftragten. Aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets und der ständig neuen Ideen der Spammer sollte ein Seminar Datenschutzbeauftragter regelmäßig auf dem Weiterbildungsplan stehen.

Insbesondere die einwandfreie Identifizierung unerlaubter Werbung per E-Mail ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Erlaubte Werbung an Bestandskunden: Die Voraussetzungen

Zum Schutz der Verbraucher hat der Gesetzgeber im UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) sehr enge Grenzen gesteckt, innerhalb derer Unternehmer Newsletter an Bestandskunden verschicken dürfen, ohne diese zuvor um Erlaubnis gebeten zu haben. Jede der vier folgenden Voraussetzungen muss zwingend erfüllt sein, damit der Versand von Werbung ohne Opt-In-Verfahren erlaubt ist:

  1. Der Händler darf nur eigene Produkte bewerben. Zudem müssen sie den Produkten ähneln, die bereits an den Kunden verkauft wurden. Up-Selling ist dabei erlaubt.
  2. Der Kunde muss in jedem Newsletter einen Hinweis auf sein Widerspruchsrecht vorfinden, ebenso wie eine Möglichkeit zur Abbestellung.
  3. Hat der Kunde dem Empfang bereits widersprochen, ist die E-Mail-Adresse aus dem Verteiler zu entfernen und dafür Sorge zu tragen, dass keine weiteren E-Mails mehr verschickt werden.
  4. Die E-Mail-Adresse muss aus einem Kauf oder einem Auftrag an das Unternehmen stammen. Somit trifft diese Werbemöglichkeit ausschließlich auf Bestandskunden zu.

Sobald eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt ist, gilt die Werbung als unzulässig, sofern nicht zusätzlich das Opt-In-Verfahren durchgeführt wurde.

In allen anderen Fällen: Double-Opt-In zwingend erforderlich

Wann immer auch nur eine der genannten Voraussetzungen nicht erfüllt ist oder es sich nicht um Bestandskunden handelt, ist das sogenannte Double-Opt-In-Verfahren durchzuführen. Dies bedeutet, dass der Kunde zunächst auf der Website des Händlers, beispielsweise im Rahmen einer Bestellung durch das Setzen eines Hakens den Newsletter abonniert. Bevor der Händler diesen aber verschicken darf, muss der Kunde eine Bestätigungsmail, die an die registrierte E-Mail-Adresse verschickt wird, bestätigen. Nur so kann der Händler sicherstellen, dass die Newsletter-Anmeldung tatsächlich vom Inhaber der E-Mail-Adresse vorgenommen wurde.

Bild: © Photodisc/Thinkstock
Ihre Artikel Bewertung:
Bitte wählen Sie einen Stern

Durchschnitt: 0.0 / Prozent: 0% , Stimmen:

Artikelinformationen