Konservative Anlagestrategien: Geldmarktfonds 

Geldmarktfonds sind ohne Zweifel der Familie der konservativen und risikoaversen Anlagestrategien zuzuordnen. Dabei besteht der Fonds vornehmlich aus Anleihen und Termingeldern (also beispielsweise Festgeld) mit fester oder variabler Verzinsung (Floater), deren Grundlage meist die drei wichtigsten Euro-Referenzzinssätze Eonia, Euribor und Libor bilden.

Die Fondsanteile können börsentäglich zu entsprechenden Tagespreisen mit Ausgabeaufschlägen- und Abschlägen (Agio und Disagio) gekauft und verkauft werden.

Alle im Fonds enthaltenen Papiere verfügen über eine nur noch kurze Laufzeit (in der Regel 12 Monate). Da die Emittenten meistens Staaten, Banken oder aber auch Versicherungskonzerne sind, ist das Risiko eines Totalverlustes aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit der Emittenten sehr gering. Die Zinsen orientieren sich an den drei genannten Referenzzinsätzen und liegen etwas höher als jene, die gemeinhin für Tagesgeld und Festgeld angeboten werden. Dies liegt daran, dass institutionelle Anleger den Geldmarkt beherrschen, d.h. Handel mit entsprechenden Anleihen und Termingeldern treiben, bevor diese den eigentlichen Kunden (beispielsweise in Form von Tages- und Festgeld) erreichen. Da institutionelle Anleger die jeweiligen Papiere in größeren Volumina kaufen, profitieren sie von entsprechend besseren Konditionen.
Durch einen Geldmarktfonds können sich also auch private Anleger indirekt an diesem Handel beteiligen und von der Sicherheit und vergleichbar guter Rendite profitieren.
Diese kann jedoch durch Ausgabeaufschläge, Managementgebühren und andere Kosten für beispielsweise das Depot oder aber auch für Credit Default Swaps (CDS), also für Kreditausfallversicherungen gegen die Zahlungsunfähigkeit des jeweiligen Schuldners, vermindert werden.

Um Geldmarktfonds dennoch attraktiv zu gestalten und die Rendite zu erhöhen, haben Fondsmanager in den letzten Jahren auch eine Beimischung von verbrieften Kreditforderungen (ABS) vorgenommen. Dieses schienen sowohl sicher, wie sie auch hoch verzinst waren. Mit Beginn der Subprime-Krise und der Insolvenz vieler Banken in den letzten zwei Jahren sind nun auch diese Papiere nicht mehr sicher und zudem stark von Zahlungsausfall bedroht.

Insofern mag die Forderung des Bundesverbandes Investment (http://www.bvi.de/de/investmentfonds/fondsarten/geldmarktfonds/index.html) nach einer neuen Einteilung der Geldmarktfonds in unterschiedliche Risikoklassen durchaus nachvollziehbar erscheinen, würde dies doch die Transparenz für die privaten Anleger deutlich verbessern.

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