Genussscheine verbriefen Vermögensrechte 

Genussscheine als Kapitalanlage vereinen in sich die Eigenschaften von Anleihen einer- und Aktien andererseits. Sie verbriefen Vermögensrechte. Insofern kann der Genusschein-Inhaber bei Verkauf oder Laufzeitende nicht die physische Lieferung der Aktie fordern, sondern wird immer mit entsprechendem Kapital seitens des Emittenten bedient werden. Genusscheine haben meist eine begrenzte Laufzeit oder enden mit Kündigung des Emittenten bzw. Gläubigers. 
Weiterhin können sie börsentäglich ge- und verkauft werden. Der Inhaber eines Genusscheins erhält in der Regel höhere Renditen als vergleichbarer Besitzer einer Anleihe, praktisch als Ausgleich für die ihm erwachsenen Nachteile: Sollte der Emittent Insolvenz beantragen, werden Genusschein-Inhaber nicht als erste ihre Forderungen geltend machen können, sondern nachrangig bedient (Nachrangabrede). Weiterhin haben sie kein Stimmrecht auf Vollversammlungen und sind somit ähnlich der Vorzugsaktien-Inhaber und anders als Inhaber von (vinkulierten) Namensaktien ohne Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen und direkte Beteiligung bei Kursgewinnen. Andererseits sind sie bei Kursverlusten mit einer Herabsetzung des Rückzahlungsbetrages versehen. Genusscheine werden nach der so genannten Flat-Notierung verzinst. Die aufgelaufenen Zinsen sind bereits im Kurswert enthalten. Bei Veräußerung des Genusscheines sind Zinsen somit steuerlich keine separaten Kursgewinne und bei einer Haltefrist von mindestens zwölf Jahren auch steuerfrei. Anders als bei Anleihen, bei welchen die Zinsen pro Stück steuerpflichtig sind, genießen Genusschein-Inhaber insofern einen steuerlichen Vorteil. Nicht nur mit Hinblick auf die nahende Abgeltungssteuer ist dies somit ein nicht zu unterschätzender Vorteil von Genusscheinen bezüglich Steuerabgaben auf Zinsen, Dividenden, Spekulationsgewinne und Veräußerungen. 
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