Inflationsindexierte Anleihen und Fonds

Inflationsindexierte Anleihen und Fonds versprechen Anlegern durch ihre spezielle Konstruktion einen Schutz vor inflationsbedingten Verlusten der erwirtschafteten Rendite.

Besonders deutsche Staatsanleihen und Anleihen-/Rentenfonds sind relativ sicher und unabhängig von der allgemeinen Entwicklung des Finanzmarkttagesgeschäfts sind. Insofern entspricht auch ihre Verzinsung dem niedrigen Risiko, welches der Anleger im Gegensatz zur Zeichnung von beispielsweise Unternehmensanleihen bzw. darauf basierenden Fonds eingeht.
Um nun den Verlust der niedrigen Rendite durch eine drohende Inflation auszugleichen bzw. zu verhindern, begeben zahlreiche Staaten entsprechend inflationsindexierte Schuldverschreibungen. Dabei ist die Verzinsung dieser Anleihen niedriger als jene regulärer Schuldverschreibungen. Andererseits passt sich der Nennwert der Inflation an. Kauft man also Anleihen zu einem Nennwert von 100 Euro und die Inflation steigt um 3 Prozent, erhöht sich der Nennwert auf 103 Euro. Der zugrunde liegende 'Richtwert' ist der vom Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) monatlich herausgegebene und aktualisierte harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ohne Tabak, der auch die jeweilige Inflationsrate ermittelt.

Bei entsprechenden Fonds setzten die Fondsmanager fast ausschließlich auf solche inflationsgeschützen (europäischen) Schuldverschreibungen, mischen jedoch auch andere höher verzinste Papiere bei. Ein kleines Risiko kann für die Investoren dann entstehen, wenn die Anleihen des Fonds zum Teil oder ganz in Fremdwährungen begeben werden und es zu Wechselkursschwankungen zu ungunsten des Euro kommt.

Ein Anstieg der Inflation lohnt sich also für den Anleger, zumindest dahin gehend, dass seine Zinsen nicht vollkommen von Preissteigerungen und Geldentwertung 'aufgefressen' werden. Bleibt ein Anstieg der Inflation jedoch aus, hat der Anleger das Nachsehen, da die Verzinsung niedriger als bei normalen Anleihen ist.
Da die Regierungen aller Länder momentan umfangreiche Hilfspakete für ihre Industrie schnüren und sich damit verschulden, geht man davon aus, dass auch die Inflation steigen wird, weil ungleich viel Geld auf dem Markt ist. Um entsprechende Finanzspritzen geben zu können, brauchen Staaten zusätzliches Kapital, welches sie über Schulden und die Ausgabe von Schuldverschreibungen erhalten. Je mehr Schuldverschreibungen jedoch auf dem Markt sind, je niedriger wird ihr Wert und je höher auch ihre Verzinsung, um eine gewisse Attraktivität zu erhalten. Dadurch jedoch sinken ihr Nennwert und damit letztendlich auch ihre Verzinsung.

 

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