Kapital-Anlage Lebensversicherung: Sicherheit bei moderaten Zinsen

Eine Lebensversicherung zählt zweifelsohne zu den beliebtesten und bekanntesten Kapitalanlagen der Deutschen. Dies lässt sich ohne Zweifel auch damit erklären, dass man bei Abschluss einer Lebensversicherung bereits eine Versicherungssumme vereinbaren kann, über die man dann bei Fälligkeit als Versicherungsnehmer selbst (also im Erlebensfall) oder aber der/die jeweils benannten Begünstigten bei Ableben vor der Auszahlung verfügen kann. Diese Garantiesummen werden in jedem Fall ausgezahlt.

Weiterhin wird stets auch eine Überschussbeteiligung angeboten, welche jedoch niemals garantiert wird. Sie wird auf der Basis der Überschussentwicklungen der letzten Jahre und gemeinsam mit den jeweiligen individuellen Faktoren (Alter, Geschlecht, Auszahlungsalter, Sterberaten der Versicherten der letzten Jahre, etc.) des Versicherungsnehmers geschätzt. Je nach Entwicklung der Anlagestrategien der Versicherungsgesellschaften ergeben sich im Laufe der Jahre entsprechende Überschüsse, welche dann ausgeschüttet werden. Wie die Ausschüttung letztendlich aussieht, entscheidet der Versicherungsnehmer. So kann er zwischen einer Kapitalabfindung oder aber auch einer lebenslangen Leibrente wählen (Kapitalwahlrecht). Außerdem ist es auch entscheidend, in welchen Intervallen die jeweiligen Prämien seitens des Versicherungsnehmers gezahlt werden. Am günstigsten ist hierbei eine jährliche Vorauszahlung. Dadurch können sich Ersparnisse von bis zu 5% des Jahresbeitrages ergeben. Hält man sich vor Augen, das Lebensversicherungen eher moderate Zinsen versprechen, kann diese Ersparnis einiges an zusätzlicher Rendite bedeuten. Schließlich versuchen die Versicherungsgesellschaften die Gelder der Versicherten zum größten Teil konservativ, d.h. in festverzinsliche Anleihen vertrauenswürdiger Emittenten (meist Staatsanleihen und andere Rentenpapiere mit kurzer Restlaufzeit) anzulegen. Darunter mischen sie bisweilen etwas renditestärkere und damit auch spekulativere Papiere, dies jedoch eher zu Beginn der Laufzeit.

Neben den Zinsen spielt auch die Art und Anzahl der Zusatzleistungen (Berufsunfähigkeit, Hinterbliebenenschutz) eine Rolle. Je nachdem, wie sich die vereinbarte Versicherungssumme zusammensetzt und welche Gewichtung mit Hinblick auf den Erlebnisfall beschlossen wurde, je größer oder auch geringer ist der Teil des Sparanteils, welchen die Versicherungsgesellschaft am Kapitalmarkt investieren kann - und entsprechend hoch oder niedrig eben auch die jeweiligen Rückstellungen in Bezug auf den Tod und/oder die Berufsunfähigkeit des Versicherten. Der Risikoanteil seinerseits als Faktor bei der Kalkulation der regelmäßigen Prämie sichert die Auszahlung der Garantiesumme für die Hinterbliebenen bei Nichterleben seitens des Versicherungsnehmers - und schmälert damit den Teil des Sparanteils, welcher am Kapitalmarkt investiert werden kann.

Schließlich sind Gebühren, Verwaltungs- und Abschlusskosten (Agio) Faktoren, welche die letztendlichen Gewinne schmälern. Bei Zinsen von ca. 2% müssen einige Jahre eingezahlt und entsprechende Gewinne an den Kapitalmärkten erwirtschaftet werden, um am Ende wirklich von einer rentablen Anlage sprechen zu können. Schließlich verzichtet man bei einer Lebensversicherung auf höhere Gewinne zugunsten einer großen Sicherheit.

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