Mit Inflationsanleihen von der zukünftigen Geldentwertung profitieren?
Inflationsanleihen sind Anlageprodukten, deren Zinsberechnung in irgendeiner Form an die Inflationsrate gekoppelt ist. Typisch sind Inflationsanleihen, deren Zins sich aus einer bestimmten Preisanstiegsrate zuzüglich eines kleinen Prozentsatzes berechnet. So gibt es eine Anlage der West LB, deren Zinszahlung auf die Inflationsrate plus 1 % festgelegt ist. Damit wäre dann tatsächlich ein Realzins vereinbart worden, wenn die eigenen Ausgaben vom Typ her zum Normalhaushalt passen. In jedem Fall sichert diese Inflationsanleihe, dass der reale Geldwert der Anlage erhalten bleibt. Allerding muss man noch die Abgeltungssteuer des Staates berücksichtigen. Diese wird auf die Nominalzinsen erhoben und könnte bei einer hohen Inflationsrate die reale Wertsteigerung der Anlage beseitigen. Steigt die Inflationsrate über 4 %, dann wird die Abschlagssteuer des Staates höher als die reale Wertsteigerung der Anleihe.
Es gibt aber auch Anleihen, die nicht einen kleinen Prozentsatz auf die Inflationsrate dazu addieren, sondern die Inflationsrate mit einem Faktor multiplizieren. Von der HypoVereinsbank gibt es zum Beispiel eine Anleihe, die als Rendite den 1,35-fachen Satz der Inflationsrate auszahlt. Banken, die im Dollar-Bereich agieren, bieten hier sogar Raten mit vielfacher Inflationsrate. Hier tritt neben die Risiken der Fremdwährung auch das Emittenten-Risiko hinzu, denn hohe Renditen sind immer mit hohen Risiken gekoppelt.
Generell ist bei Inflationsanleihen das Risiko auch in einer niedrigen Inflation bzw. in einem Preisrückgang zu sehen. Dann haben die Inflationsanleihen keine oder sehr niedrige Renditen. Anleger sollten bei einer entsprechenden Einschätzung eher abwarten und ihr Geld nur kurzfristig anlegen. Steigt die Inflation dann doch an, dann steigen meist die Zinsen auch stark an und man kann auf besser verzinsliche Anlagen umschichten.
