Sozialbörsen: Ein soziales Investment tätigen

Wer hilfsbedürftige Menschen unterstützen möchte, der kann dies mittels Spenden an einen der zahlreichen Wohlfahrtsverbände tun. Doch gerade in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs und Negativschlagzeilen der weltweiten Börsen, hat sich das Sozialwesen gerade dort etabliert, wo soziales Engagement wenig und Profit alles zu bedeuten scheinen: an der Börse.

Sozialbörsen wie das Social and Environmental Stock Exchange" (BVS&A) in Brasilien, der "South Africa Social Investment Exchange" (SASIX), bei "Give India" oder auch beim "Human Development Stock Exchange" (HDSX) der Vereinten Nationen kann der Investor wählen, welches Projekt er helfen möchte weiterzuentwickeln. Die gemeinnützigen Organisationen, welche nach Unterstützung für bestimmte Unternehmen und Projekte fragen, werden durch strenge Prüfungen selektiert. Nur ein kleiner Prozentsatz der Antragsteller wird tatsächlich an der Börse aufgenommen. Der Anleger wird durch seine Investition zwar formell kein Anteilsinhaber, jedoch detailliert darüber informiert, wie und wo sein Geld eingesetzt wurde und was letztendlich der Output war.
Fragen nach Umweltschutz und nachhaltiger Verringerung der Armut sind dabei ebenso wichtig, wie die Tatsache, dass gemeinnützige Organisationen durch diese Sozialbörsen die einmalige Chance haben, ihre Projekte potenziellen Investoren vorzustellen und die üblicherweise für Fundraising hohen Kosten teilweise einzusparen und direkt in die Projekte einzubringen. Durch die Börse können mit relativ wenig Aufwand und geringen Kosten proportional viele Investoren - also Kapitalgeber- angesprochen werden. Sozialbörsen vermischen also die Vorzüge des Kapitalismus (u.a. schnelles Geld durch Leistung und Präsentation des Unternehmensziels) und die Ideale des sozialen Engagements (Kampf für die Schwachen) zu einer Gewinn bringenden Symbiose. Die Senkung der Kapitalbeschaffungskosten anhand der 'Börsennotierung' setzt indes mehr Mittel für das Direktinvestment in entsprechende Projekte frei. Auch diese Art der neuen Wirtschaftlichkeit im Spendensektor ist eine nicht zu verneinenden Errungenschaft der Sozialbörsen, welche sich auf Kurz oder Lang im wörtlichen Sinne auch auszahlen wird- sowohl für die Investoren, die Börsenbetreiber, wie aber letztendlich auch für die gemeinnützigen Organisationen.

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