Turbinen-Fonds: Auftrieb für das Investement

Flugreisen sind nach wie vor eine der beliebtesten Fortbewegungsmöglichkeiten im modernen und mobilen Alltag. Egal, ob es in den Urlaub geht oder eine Geschäftsreise angeht, ein Fernziel oder benachbarte europäische Metropolen angesteuert werden: Flugzeuge sind gefragte Vehikel, dauernd im Einsatz und insofern auch großen Verschleißerscheinungen und Dauerbelastungen ausgesetzt.

Dies gilt u.a. auch für die Turbinen und Triebwerke, also die Antriebseinheiten und Motoren, welche für den richtigen Schub sorgen und regelmäßig gewartet werden müssen.

Hier nun greift das Modell der Turbinen- und Triebwerkfonds. Die Idee dabei ist einfach: Fondgesellschaften sammeln Gelder von Anlegern, um damit Treibwerke und Turbinen zu kaufen. Diese wiederum werden dann Fluggesellschaften zum Leasing angeboten, wenn diese ihre eigenen Turbinen und Triebwerke gerade in Reparatur bzw. bei der Wartung haben. Da dies regelmäßig geschieht und es unzählige Fluglinien gibt, ist auch der Bedarf nach kurzfristigen Austauschmotoren groß.

Stellt sich die Frage, warum Fluggesellschaften keine Ersatzturbinen- und Triebwerke kaufen. Die Antwort ist, dass der Kauf einer Turbine und/oder eines Triebwerks viel Geld kostet, also am Eigenkapital der Fluglinie zerrt, was wiederum bedeutet, dass sie bei geringerem Eigenkapital schlechtere Kreditkonditionen bekommt und höhere Zinsen zahlen muss. Kauft eine Airline eine Turbine/ein Triebwerk mithilfe eines Kredits, kann sie nur die Kreditzinsen steuerlich abschreiben. Beim Leasing ist es jedoch möglich, die Leasing-Raten in voller Höhe steuerlich geltend zu machen.

Ein weiterer Vorteil für den Anteilseigner eines solchen Fonds: In der Regel haften die Leasingnehmer für Schäden, die am geliehenen Triebwerk bzw. an oder in der Turbine entstehen. Für von Airlines verschuldete Schäden müssen demnach keine Fondsgelder aufgewendet werden. Dasselbe gilt für die Wartungskosten.

Was die Risiken dieses Investments angeht, muss erwähnt werden, dass natürlich die Gefahr, dass Flugzeuge über eine längere Dauer am Boden bleiben, sei es witterungsbedingt oder aber auch, weil zu wenig Passagiere fliegen. Daher ist es wichtig, dass der Fonds weit streut, d.h., dass es mehrere, internationale Airlines als Leasing-Kunden gibt. Außerdem sollte auch darauf geachtet werden, dass verschiedene Modelle an Treibwerken und Turbinen im Portfolio sind, damit flexibel auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Flugzeugtypen reagiert werden kann.

Schließlich ist es noch wichtig, dass die Fondsmanager ältere Triebwerke rechtzeitig verkaufen, um mit dem Erlös neue Triebwerke und Turbinen in den Fonds aufnehmen zu können. Mitunter kann es aber auch sein, dass die Fondsgesellschaften Turbinen und Triebwerke teilweise fremdfinanzieren müssen. Auch hier gilt: Der Fondsmanager sollte die besten Kreditkonditionen aushandeln, damit am Ende jeder Zahlungsperiode eine entsprechende Ausschüttung für den Anteilseigner ausgezahlt werden kann.

Turbinen- und Triebwerkfonds sind in der Regel Geschlossene Fonds, d.h., die Preise für die Anteile sind entsprechend hoch und die Laufzeiten länger. Als längerfristiges Investment richten sich diese Fonds an Anleger, die ihr Geld über einen längeren Zeitraum investieren möchten. Mitunter sind Ausschüttungen von 7% und mehr jährlich möglich, natürlich auch abhängig vom Fluggastaufkommen und der Qualität der im Fonds enthaltenen Turbinen und Triebwerke. Ebenso wichtig sind die mit den Airlines ausgehandelten Leasing-Konditionen (also bspw. Laufzeit, Höhe der Leasing-Raten, Verantwortung für Reparaturen und Wartungen, etc.).

 

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