Welche Zinsanlagen sind bei der jetzigen Zinsentwicklung günstig?

Angesichts der kritischen Wirtschaftslage hat die Europäische Zentralbank in den letzten Monaten die Leitzinsen deutlich zurückgenommen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich noch weiter fortsetzten, da in der Realwirtschaft noch kein Konjunkturaufschwung feststellbar ist.

Die Leitzinssenkung führt dazu, dass Banken oder andere Finanzinstitutionen geringere Zinsbelastungen haben, wenn sie sich frisches Geld über ihre Refinanzierung-Systeme holen. Daraus folgt dann mittelfristig auch das Absenken des Zinsniveaus für die Kreditkunden und die Anleger. Die Kreditkunden haben davon bisher noch recht wenig gespürt. Auch die Anleger im kurzfristigen Bereich blieben bisher vor Zinssenkungen weitgehend vorschont. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Banken und Sparkassen angesichts der gegenwärtigen Verunsicherung an den Finanzmärkerten höhere Zinszahlungen leisten müssen, um das Geld ihrer Privatkunden zu halten. Viele waren verunsichert und haben im erheblichen Umfang Geld von privaten Anlageinstituten auf den Staat verlagert. Bundesschatzbriefe und Bundesanleihen sind daher schon recht stark in den Renditen abgesunken.

Nun kommen aber die Zinssenkungen auch bei den Anlagemöglichkeiten der Privatbanken und Sparkassen an. Dies ist besonders gut beim Tagesgeld und bei den sogenannten Abrufkonten zu sehen. Hierbei handelt es sich um Anlagemöglichkeiten, die täglich verfügbar sind, ohne dass dem Kunden hierfür Kosten oder Abzüge drohen. In Deutschland sind die ING Diba und die Norisbank bekannt für solche Anlageformen. Im Januar lagen hier die Renditen noch bei über drei Prozent. Inzwischen liegen die Angebote zwischen 1,5 % und 2 %. Das ist immer noch besser als die Tagesanleihe des Bundes, die gegenwärtig unter 1 % liegt. (https://www.bundeswertpapiere.de/tagesanleihe/)

Bessere Renditen kann man erreichen, wenn man Neukunde einer Bank wird und zugleich sein Girokonto dort führen lässt. Hier ist besonders auf comdirekt zu verweisen, die immer wieder in diesem Bereich ein Angebot zum Wechsel auflegen. Aber auch andere Banken machen immer wieder entsprechende Offerten. Man muss sich gut überlegen, ob man darauf einsteigen will, denn nach einer gewissen Zeit fallen die Vorteile weg.

Tagesgeldkonten haben den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit, aber den Nachteil, dass die Bank auch jederzeit den Zinssatz senken kann. Das muss aber gegenwärtig ertragen, denn die Langfristzinsen beim Festgeld sind sehr niedrig und Anlagen über mehrere Jahre würden diese niedrigen Zinsen dauerhaft festschreiben.

 

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