Versicherungen und Policen für Geschäftsreisen

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen. Diese berühmten Zeilen entstammen dem Gedicht Urians Reise um die Welt von Matthias Claudius (1740 - 1815). Und obwohl sie gut zweihundert Jahre auf dem Buckel haben, ist ihre Aktualität ungebrochen. Denn Reisen, vor allem jene, die Angestellte im Dienste ihrer Firma unternehmen, bergen Risiken. Und die gilt es im Vorfeld zu kennen und abzusichern.

Geschaeftsreise

© Eisenhans - Fotolia.com

Doch, was ist zu beachten bei Policen, die spezielle die Risiken einer bzw. regelmäßiger Dienstreisen absichern soll? Schließlich haben viele Unternehmen zwar das jeweilige Projekt im Fokus, welches Dienstreisende betreuen. Doch ebenso wichtig erscheint es, dass sowohl das Zielland und die dort möglichen Gefahren abgesichert sind, wie sie auch wissen sollten, dass sie als Dienstgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Angestellten haben, sobald sie ihre Mitarbeiter ins Ausland schicken. Dies impliziert auch, dass sie darauf achten, ihre Angestellten ausreichend abzusichern, was Krankheit, Verlust von Gepäck, etc. angeht.

Krankheit auf Geschäftsreise

Erkrankt ein Dienstreisender bei seinem Aufenthalt im Ausland, so kann er (und damit sein Dienstgeber) zwar auf die jeweiligen Vereinbarungen im Sozialversicherungsabkommen, das Deutschland mit zahlreichen Ländern vereinbart hat, zurückgreifen, sollte andererseits jedoch wissen, dass vor allem die Höhe Kosten bzw. die Leistungen deutschem Recht unterliegen. Ist eine Behandlung im Ausland teurer als in Deutschland, muss das Unternehmen die Differenz bzw. eventuell notwendige Zusatzleistungen (bspw. Rücktransport nach Deutschland) aus eigener Tasche begleichen. Hierfür raten Experten zum Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung, auch für Inhaber einer privaten Krankenversicherung. Hier bleiben dem Versicherungsnehmer nämlich mögliche Beitragsrückerstattungen erhalten, wenn Krankheitskosten im Ausland über eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung beglichen werden. [http://www.bundderversicherten.de/reiseversicherung]

Unfall auf Geschäftsreise

Erleidet ein Dienstreisender einen Unfall während seiner geschäftlichen Reise und als Folge dessen dann bleibende Schäden, die ihn zeitweilig oder langfristig an der weiteren Ausübung seiner Tätigkeit hindern, greift zwar die gesetzliche Unfallversicherung, doch nur dann, wenn der Unfall in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ausübung der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang steht. Hier können eine private Berufsunfähigkeitsversicherung seitens des Arbeitnehmers oder aber auch eine zusätzliche Reiseversicherung durch den Arbeitgeber Abhilfe schaffen.

Haftpflicht für die Geschäftsreise

Die klassische, private Haftpflichtversicherung weist bezüglich Geschäftsreisen Lücken auf. Entstehen Dritten im Ausland Sach- oder Personenschäden durch den Versicherten, während dieser seine berufliche Tätigkeit ausübt, sind diese nicht durch die private Haftpflicht abgesichert. Auch hier bieten Versicherer Zusatzpolicen für Dienstgeber und Angestellte an.

Reisegepäckversicherung für die Geschäftsreise

Reisegepäckversicherungen sind nicht immer sinnvoll, auch deswegen, weil sie teilweise viele Schäden überhaupt nicht abdecken oder aber der Versicherungsnehmer hohe Selbstbeteiligungen und Selbstbehalte zahlen muss. Weiterhin sind viele Schäden durch die Hausratversicherung abgedeckt, zumindest dann, wenn die Dienstreise ins europäische Ausland geht. Dennoch sei auch hier Vorsicht geboten: Sofern die Wertgegenstände beispielsweise aus dem Hotelzimmer gestohlen werden, ist der Schaden abgedeckt. Gehen Koffer, Brieftasche etc. jedoch auf dem Flughafen abhanden, springt die Hausratversicherung nicht ein.

Entführung während einer Geschäftsreise

Sofern ein Unternehmen seine Mitarbeiter in Krisenregionen entsendet, kann es sinnvoll sein eine Versicherung gegen Lösegeldforderungen abzuschließen. Dabei sehen diese speziellen Policen vor, dass im Falle einer Entführung die Versicherung die Kosten für einen Unterhändler und professionelles Krisenmanagement übernehmen, der das Unternehmen im Ernstfall gegenüber den Entführern vertritt und die Lösegeldverhandlungen übernimmt. Vor allem aber geht es auch um Prävention, d.h. um die eingehende Beratung vor der Reise in eine gefährliche Destination. Außerdem kommen bestimmte Policen auch für das Lösegeld an sich auf bzw. für Schäden, die dem Unternehmen und dem Dienstreisenden in unmittelbarem Zusammenhang mit einer möglichen Entführung, Erpressung, etc. entstehen [http://www.vsma.de/fileadmin/downloads/vdma/2010/07_2010.pdf].

Angehörige mitversichert?

Auch Familienmitglieder, die ein Angestellter mit auf die Dienstreise nimmt, können theoretisch vom Unternehmen in die Versicherung eingebunden werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass dem Arbeitnehmer ein geldwerter Vorteil entsteht, den es zu versteuern gilt. Mitunter kann eine private Zusatzversicherung für die Angehörigen günstiger und weniger aufwendig sein.

Ihre Artikel Bewertung:
Bitte wählen Sie einen Stern

Durchschnitt: 5.0 / Prozent: 100% , Stimmen: 1

Artikelinformationen