Hinterbliebenenvorsorge: Tipps zur korrekten Umsetzung

Die Hinterbliebenenabsicherung ist für Paare sowie Singles mit unterhaltspflichtigen Kindern ein Muss. Fälle zeigen, dass es bei den Verbrauchern bei diesem Thema großen Nachholbedarf gibt. Nur wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, was nach ihrem Tod geschieht. Ob man dieses Verhalten als egoistisch beschreiben sollte, bleibt außen vor. Fakt ist, dass jeder Mensch an seine Familie denken sollte. Vorsorge ist besser als Nachsorge, wie es so schön heißt. Im Todesfall fällt die Nachsorge gänzlich weg. Deshalb zeigen wir Verbrauchern, wie sie vorsorgen können.

Fallbeispiel: Die Situation der hinterbliebenen Familie

Das nachfolgende Beispiel soll erläutern, welche Probleme Verbraucher im Bereich der Hinterbliebenenvorsorge lösen müssen.

Herr X (35) und Frau Y (32) sind nicht verheiratet. Sie leben zusammen mit ihrem unterhaltspflichtigen Kind (10) in einer häuslichen Gemeinschaft. Herr X ist Anlagenfahrer, verdient 1.700 Euro netto pro Monat. Er raucht und trinkt nicht. Frau Y ist Bürokauffrau und verdient 800 Euro netto. Das Haushaltseinkommen beträgt 2.500 Euro. Dazu kommen 184 Euro Kindergeld, wodurch der Gesamtbetrag auf 2.684 Euro steigt.

Die Familie wohnt in einer Mietwohnung. Neben den damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen kommt eine Finanzierung für den Pkw sowie ein Konsumkredit hinzu. Als Hinterbliebenenabsicherung besteht eine fondsgebundene Lebensversicherung mit einer Todesfallsumme von 20.000 Euro. Weder der Kfz- noch der Konsumkredit sind für einen Todesfall über weitere Policen abgesichert.

Herr X kommt ums Leben, wie sieht die Situation der Hinterbliebenen aus?

  • die Todesfallabsicherung beträgt 20.000 Euro
  • davon muss Frau Y etwa 10.000 Euro für Beerdigungskosten abziehen
  • da sie nicht verheiratet war, hat sie keinen Anspruch auf Witwenrente
  • das gemeinsame Kind hat Anspruch auf Halbwaisenrente
  • das Monatseinkommen von Herr X entfällt, Frau Y muss alle Kosten mit ihrem Gehalt tragen

Berechnung der Halbwaisenrente: Grob gesagt beträgt sie etwa 20 Prozent des durchschnittlichen Jahresverdienstes von Herrn X. Dessen Verdienst betrug 20.400 Euro (1.700 Euro × 12 Monate). Die Halbwaisenrente beträgt folglich 4.080 Euro pro Jahr beziehungsweise 340 Euro pro Monat.

Die Versicherungssumme für eine Risikolebensversicherung berechnen

Ein monatliches Haushaltseinkommen von 1.324 Euro (800 Gehalt + 340 Euro Halbwaisenrente, 184 Euro Kindergeld) ist nicht ausreichend, um die Miete, das Kfz-Darlehen, den Konsumkredit sowie weitere Kosten zu zahlen. 200 Euro werden als Lebensunterhaltskosten für Hernn X abgezogen. Von dem ehemaligen Haushaltseinkommen von 2.684 fehlen nun 1.560 Euro (2.684 Euro - 1.124 Euro). Diese benötigt Frau Y bis zum 25. Lebensjahr ihres Kindes, da es bis zu diesem Zeitpunkt die Halbwaisenrente erhält.

Die Versicherungssumme berechnet sich wie folgt:

Differenzbetrag von ehemaligem und neuem Haushaltseinkommen multipliziert mit 12 Monaten und dem Zeitraum bis zum 25. Lebensjahr des Kindes.

1.560 € × 12 Monate × 15 Jahre = 280.800 Euro

Die verbliebenen 10.000 Euro wurden in diese Berechnung nicht eingebracht. Frau Y könnte sie nutzen, um das Haushaltsdefizit einige Monate lang auszugleichen. Letztendlich würde die Summe an der allgemeinen Situation aber nichts ändern.

Die Folgen einer unzureichenden Hinterbliebenenvorsorge

Das Haushaltsdefizit wird bei Frau Y in einem finanziellen Problem resultieren, welches sie nicht ohne Weiteres selbstständig beheben kann. Die finanziellen Probleme wiederum werden einen seelischen Stress verursachen. Einerseits wird sie gezwungen sein, ihren bisherigen Lebensstandard aufzugeben. Auf der anderen Seite läuft sie Gefahr, den aufgenommen Konsumkredit nicht zurückzahlen zu können.

Mögliche Kosteneinsparungen sind durch den Umzug in eine kleinere Wohnung möglich. Weiterhin müsste sie auch bei den Lebensmitteln Kompromisse eingehen und auf Luxusgüter verzichten.

Die gesamte Situation hätte die Familie vermeiden können, wenn sie eine Risikolebensversicherung mit einer ausreichend hohen Versicherungssumme (zehnmal höher) abgeschlossen hätte. Auf der Produktseite für die Risikolebensversicherung der AachenMünchener können Interessierte ein weiteres Beispiel sehen, wie groß die Haushaltslücke ist, wenn der Hauptversorger verstirbt.

Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Immobiliendarlehens

Im obigen Fall diente die Risikolebensversicherung, um die Haushaltskasse aufzustocken. Das Paar wohnte zur Miete und musste somit kein Immobiliendarlehen tilgen. In Deutschland gibt es jedoch Millionen Familien, die ein solches Darlehen abbezahlen müssen. Sollte ein Todesfall eintreten und den Hauptverdiener betreffen, wäre die Existenz der Familie gefährdet.

Auch in diesem Fall kann die Risikolebensversicherung behilflich sein. Sie zahlt die im Vertrag festgelegte Summe und stellt so sicher, dass die Familie das Darlehen zurückzahlen kann. Auch hier ist die Todesfallsumme so zu berechnen, dass sie den offenen Kredit abdecken kann. Verbraucher müssen nicht nur die aktuellen monatlichen Raten bedenken, sondern auch jene, die in Zukunft nach einer Anschlussfinanzierung anfallen könnten. In Zeiten von Niedrigzinsen laufen Verbraucher Gefahr, dass die monatlichen Raten nach einer zukünftigen Anschlussfinanzierung höher ausfallen können. Diese Steigerung sollte man bei der Berechnung der Todesfallsumme berücksichtigen.

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