Vor- und Nachteile einer inländischen Krankenbehandlung 

Viele versuchen durch eine ausländische Krankenbehandlung Geld zu sparen, denn viele Leistungen im medizinischen Bereich sind im Ausland deutlich billiger zu bekommen.

Das gilt zum Beispiel für die besonders teuren zahnärztlichen Leistungen, für die viele Patienten auch Kalkulationen ausländischer Anbieter ihren Krankenkassen einreichen: http://www.dir-info.de/finanzen/zahnarzt-behandlungen-im-ausland-muessen-von-der-krankenkasse-genehmigt-werden.html.
Abgesehen von diesen Vorteilen bei den Kosten und dem Nachteil sprachlicher und organisatorischer Umsetzungsprobleme bei ausländischer Krankenbehandlung, sollten sich aber die Patienten klar darüber sein, dass eine inländische Krankenbehandlung viele Vorteile hat:
• Die Krankenbehandlung in Deutschland hat meist eine hohe Qualität und dieses wird auch im internationalen Vergleich anerkannt.
• Auch wenn sich Kassenpatienten oft beklagen, dass sie längere Wartezeiten haben: Wer ein bedeutendes medizinisches Problem hat, der wird meist recht schnell vom Hausarzt an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus überwiesen, wo dann hoch anerkannte Experten für die weitere Behandlung sorgen.
• Je nach Behandlungsvariante gibt es in Deutschland hohe Qualitätsstandards, die auch bei einer nachträglichen Korrektur oder ergänzenden Behandlung einzuhalten sind. Im diesen Sinn ist man besser vor Ort, wenn es um Garantie oder Regressansprüche geht. Diese wären im Ausland nur unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen zu beanspruchen. Auch juristisch ist man besser im Inland positioniert, wenn es um die Umsetzung von Ansprüchen geht.
• Die Anfahrtskosten sind naturgemäß bei einer Behandlung vor Ort überschaubar. Insbesondere dann wenn mehr Termine notwendig werden, als ursprünglich geplant. Beide Faktoren sind auch relevant für die zeitliche Beanspruchung.
• Für die Ärzte und Patienten ist die "freie Arztwahl" nach wie vor eines der zentralen Argumente einer ärztlichen Behandlung. Krankenkassen schätzen das etwas flexibler ein. Aber für eine Kommunikation über den Gesamtverlauf einer Krankenbehandlung ist es schon wichtig, wenn man nur wenige Ansprechpartner hat, die man zunehmend besser kennt.
• Schwierig kann es werden, wenn man Komplikationen nach eine ausländischen Krankenbehandlung durch inländische Arzte angehen will. Diese könnten sich mit Verweis auf die Unvollständigkeit der vorherigen Behandlung gegenüber Eingriffen zurückhalten verhalten.
Aus all diesen Überlegungen spricht viel für die inländische Krankenbehandlung. Möglich wäre aber auch die Verknüpfung von inländischer Krankenbehandlung mit ausländischer, wenn sich im Inland ein Arzt findet, der für die Koordinierung die Verantwortung übernimmt.

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