Insolvenzverschleppung ist eine Straftat

Insolvenzverschleppung ist eine Straftat, der sich manch Unternehmer nicht in vollem Maße bewusst ist. Dabei geht es vor allem darum, die drohende Insolvenz -d.h. die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens bezüglich Verbindlichkeiten - schnellst möglich zu erkennen und vor allem entsprechend vorzugehen, um sowohl Gläubigern wie aber auch Angestellten die Möglichkeit zu geben, zeitnah handeln zu können.

Dem Anmelden der Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beim Insolvenzgericht folgt meist eine Prüfung, ob und wie der Betrieb weitergeführt werden kann und in welchem Maße der Geschäftsführer dazu in der Lage ist. Das Aufstellen eines Tilgungs- und Finanzplanes gehört ebenso dazu, wie auch das Gegenüberstellen von Vermögenswerten einerseits und Verbindlichkeiten andererseits. Grob fahrlässig und dadurch strafbar handelt der Unternehmer, wenn er trotz für einen Kaufmann offensichtlicher Hinweise bezüglich Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit nicht handelt und darauf beharrt, das Unternehmen wieder aus dieser Krise zu führen. Oft wird nämlich vergessen, dass auch nach einem Insolvenzantrag es immer noch möglich ist, den Antrag auf Eröffnung von Insolvenz in einem bestimmten Zeitraum noch zu revidieren.
Die Verschleppung von Insolvenz kann mitunter bewirken, dass ein zahlungsunfähiges Unternehmen bzw. Unternehmensteile bei rechtzeitiger Meldung womöglich besser hätte verkauft und bestehende Vermögenswerte zu größeren Teilen erhalten werden können. Je weiter jedoch Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit voran schreiten, je höher entwickeln sich die Verbindlichkeiten. Weiterhin kann das bewusste Verschweigen einer nahenden Insolvenz auch dazu führen, dass neue Lieferanten und Kunden eines Unternehmens von solventen Partnern ausgehen und bei verspäteter Insolvenzmeldung auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Ein solches Handeln gilt als grob fahrlässig.

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