Kann man eine Immobilie verlosen statt verkaufen?

Hausverlosungen wurden vor allem aus Österreich bekannt. Hier kamen findige Hausbesitzer auf die Idee, dass man mit einer Verlosung mehr Geld für seine Immobilie bekommen konnte, als wenn man auf traditionelle Weise einen Käufer sucht. Insbesondere als diese Verkäufer über das Internet aktiv wurden und die örtliche Presse aufmerksam wurde, waren diese Strategie erfolgreich. Während einer Quizsendung wurde eine zufriedene Österreicherin gezeigt, die mit ihren Losen deutlich mehr Umsatz gemacht hatte, als ihr Haus vom Gutachter geschätzt worden war.

Wie man aus der Süddeutschen Zeitung anfangs des Jahres erfahren konnte, wollte ein Passauer die Idee auf Deutschland übertragen. Allerdings gibt es in Deutschland hier einige höhere Hürden als im Nachbarland. Ihm wurde nach Rückfrage bei Behörden mitgeteilt, dass für Lotterien in Deutschland eine staatliche Genehmigung vorliegen müsse und die werde er wohl kaum bekommen.

Die Risiken bei der Strategie einer Hausverlosung, liegen zunächst in der Verkaufsquote. Man legt eine Losanzahl fest, bei der man als Verkäufer ausreichende Verkaufserlöse bekommt, doch es ist ungewiss, ob man alle Lose verkaufen kann. Liegt die Quote zu niedrig, dann macht man im Vergleich zu einem traditionellen Verkauf über Makler Verlust. Die Österreicherin kam erst zum Erfolg, als die lokale Presse aufmerksam wurde. Daraus folgt, dass man mehr Aufmerksamkeit dem Marketing widmen muss. Anfangs war die Idee sehr kreativ, inzwischen hat aber die Presse weniger Interesse zu berichten, denn die Hausverlosung ist nicht mehr so neuartig.

Juristisches Hindernis in Deutschland ist das staatliche Glücksspielmonopol. Denn anders als Amerika und England, wo es schon länger erfolgreiche Hausverlosungen gibt, ist man hierzulande sehr kritisch, was private Wettbüros und Verlosungsangebote angeht. Eine Genehmigung zu einer Verlosung wird meist nur erteilt, wenn diese ausschließlich oder überwiegend gemeinnützigen Zwecken dienen. Auch für solche Verlosungen sind dann hohe Steuern zu zahlen.

Der zunächst in Passau gescheiterte Losverkäufer suchte nach einer neuen Idee, um die staatliche Genehmigung zu umgehen. Schließlich bot er ein Quiz als Alternative an. Denn wenn Wissen eine entscheidende Rolle beim Erfolg spielt, dann liegt kein reines Glücksspiel mehr vor. Trotzdem blieben die Behörden skeptisch. Schwierig einzuschätzen sei auch, wie den die Eigentumsübertragung wirksam geregelt werden sollte. Denn in Deutschland kommt erst mit einen Vertrag vor dem Notar die Übertragung des Grundstücks zustande. Es ist also ungewiss, ob ein Quizgewinner tatsächlich seinen Anspruch auf die Immobilie durchsetzen kann.

Deshalb kann man zusammenfassend davon ausgehen, dass eine Vielzahl von Hausverlosungen in Deutschland nicht vorstellbar ist. Denn staatliche Regelungen bei Glückspielen und Schwierigkeiten der Eigentumsübertragungen bei Immobilien setzen hohe Hürden. Auch die Risiken bei der Findung von potentionellen Loskäufern bzw. Quizteilnehmern schränken die Möglichkeiten der Hausverlosung ein.

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