Kfz-Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt

Der Versicherungsbetrug im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen ist in den letzten Jahren regelrecht in Mode gekommen.

In unserer Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren ein Wandel bei den Moralvorstellungen in negativer Richtung vollzogen. Früher war es für wesentlich mehr Bürger erstrebenswerter, etwas für das Wohl der Gemeinschaft zu tun. Heute stellt der einzelne in vielen Fällen sein persönliches Wohlergehen über alles andere. Oft ist dazu auch fast jedes Mittel recht. Diese Entwicklung zieht sich durch alle Bereiche unseres Lebens. Ob traumhafte Managergehälter mit Millionen Abfindungen beim versagen, Missbrauch von Harz IV, oder auch der KFZ Versicherungsbetrug, überall versuchen Menschen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse mit allen Mitteln durchzusetzen.

Beim KFZ Versicherungsbetrug entsteht nach Schätzungen jährlich 1 Milliarde Euro Schaden, den die anderen ehrlichen Versicherer mit tragen müssen. Ohne KFZ Versicherungsbetrug könnten die Beiträge durchschnittlich um 10 % gesenkt werden.
Etwa 25% der Versicherungsnehmer haben ihre KFZ Versicherung schon einmal betrogen. Das beginnt bei falscher Schadensangabe, oder einer überhöhten Rechnung. Hier helfen teilweise einige Werkstätten tatkräftig mit. Die KFZ Rechnungen stiegen im Durchschnitt um 14 % mehr als die allgemeine Teuerungsrate. Auch vorsätzlich herbeigeführte Unfällen, oder Beschädigungen gehören dazu. Beim Autobrand ist nach Schätzungen jeder vierte manipuliert. Teilweise wird auch im Ausland ein Diebstahl vorgetäuscht.

Der Nachweis ist für die Versicherungen oft sehr schwer. Wenn ein Versicherungsnehmer durch häufige Schäden auffällt, dann wird er seit einiger Zeit in einer internen Datendatei erfasst und alle Schäden werden besonders gründlich von extra Sachverständigen überprüft. Jeder KFZ Versicherungsbetrüger sollte wissen, dass es kein Kavaliersdelikt ist. Nach dem BGB ist jeder nachgewiesene Versicherungsbetrug eine Straftat, die sogar mit Gefängnis bestraft werden kann.
Jeder Versicherungsbetrug ist für den Versicherer ein sofortiger fristloser Kündigungsgrund.

Der oft über viele Jahre erarbeitetet Schadenfreiheitsrabatt kann gelöscht werden und über den HUK Versicherungsverband erfolgt ein Eintrag, so dass jede andere KFZ Versicherung bei der Antragsstellung feststellen kann, dass der Vorversicherer wegen KFZ Versicherungsbetrug gekündigt hat. Dieser Versicherungsnehmer wird kaum, oder nur sehr schwer eine Versicherung für sein KFZ finden. Wird ein Kraftfahrer in einen Unfall verwickelt, wo der Verdacht des Versicherungsbetruges besteht, dann ist in jedem Fall die Polizei zu informieren, um ein objektives Schadensprotokoll zu erstellen.

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