Kinderzuschlag: Extrageld für Familien mit einem geringen Einkommen 

Der Kindergeldzuschlag (KiZ) wurde im Januar 2005 im Rahmen des vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz IV) eingeführt, um gering verdienende Familien finanziell zu unterstützen.

Rund 130.000 Kinder werden derzeit in Deutschland unterstützt. Der Zuschlag gilt für im Haushalt lebende minderjährige Kinder, wenn diese Kindergeld beziehen und das Einkommen der Eltern mindestens bei 900,- Euro (bei Alleinerziehenden sind es 600,- Euro) liegt, die Höchstgrenze aber nicht überschritten wird. Mit dem Kinderzuschlag muss der Bedarf der Familie gedeckt sein (im Sinne des ALG II), so dass kein Anspruch auf Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II besteht.

Berechnung

Die genaue Berechnung ist komplex. Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt 140,- Euro. Er kann jedoch durch ein eigenes Einkommen (zum Beispiel durch Zeitung austragen) oder Vermögens des Kindes gemindert werden. Für die Berechnung zählt also nicht nur die finanzielle Einkommenssituation der Eltern, sondern auch die des betreffenden Kindes. Sind mehrere Kinder betroffen, wird ein Gesamtkinderzuschlag berechnet. Bis Ende 2007 wurde der Zuschuss nur für 36 Monate bewilligt, inzwischen ist es jedoch möglich, diesen unter bestimmten Umständen bis zum 25. Lebensjahr des Kindes zu bekommen.
Für die Berechnung werden Angaben wie Miete, Heizkosten, Mehrbedarf bei Schwangerschaft, eventuelle Unterhaltungsleistungen, Wohngeld, Arbeitslosengeld I und andere Leistungen abgefragt. Die Höchsteinkommensgrenze richtet sich nach dem elterlichen Bedarf im Sinne des ALG II, den prozentualen Wohnkosten sowie dem Gesamtkinderzuschlag.
Seit 2009 gibt es außerdem noch eine Sonderzahlung in Höhe von 100,- Euro für alle betroffenen Kinder, die im August eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen, sich aber nicht in einem Ausbildungsverhältnis befinden. Die Zahlung dieser Leistung erfolgt automatisch und muss nicht beantragt werden.
In der Regel bekommen Eltern, die nur Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II bekommen und sonst über keinerlei Vermögen oder Einkommen verfügen, keinen Kinderzuschlag.

Zuständigkeit & Auszahlung

Der Antrag für die Gewährung des Kinderzuschlages muss bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden. Dabei müssen die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern und Kinder offen gelegt werden. Nach der Bearbeitung erhält der Antragsteller einen schriftlichen Bescheid. Bei einer positiven Entscheidung wird der Kinderzuschlag monatlich zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt. Die Bearbeitungsdauer ist regional unterschiedlich und kann sich in Ausnahmefällen bis zu einem Jahr hinziehen.

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