Mit Investitionsabzugsbetrag das Finanzamt als Kreditgeber nutzen 

Wenn ein Unternehmen früher Rücklagen bildete für Anschaffungen, die sich dann steuermindernd auf den Gewinn auswirkten, dann sprach man von Ansparabschreibung. Dieser Begriff ist durch die Unternehmenssteuerreform 2008 durch die damalige große Koalition durch den Begriff Investitionsabzugsbetrag ersetzt worden.

Nach § 7g EStG (Einkommenssteuergesetz) ist es für kleine und mittlere Unternehmen möglich, den Gewinn durch einen Investitionsabzugsbetrag auf geplante Anschaffungen zu mindern und damit erheblich an Steuern zu sparen. Sinn macht der Investitionsabzugsbetrag daher nur, wenn das mittelständige Unternehmen gegenwärtig überhaupt Gewinn macht. Liegt nur ein geringer Gewinn oder gar ein Verlust im laufenden Wirtschaftsjahr vor, dann verzichtet das Unternehmen besser auf den Investitionsabzugsbetrag.

Die Beschränkung dieser Möglichkeit des Investitionsabzugsbetrags auf kleine und mittelständische Unternehmen ergibt sich aus der Festlegung, dass der in der Bilanz ausgewiesene Wert des Betriebsvermögens höchstens 335.000 Euro ausmachen darf. Nur solche Unternehmen können einen Investitionsabzugsbetrag gegenüber dem Finanzamt geltend machen.

Der Investitionsabzugsbetrag kann erheblich die Steuern reduzieren, denn ein mittleres Unternehmen kann bis zu 40 % der Anschaffung für langlebige Güter (Maschinen, Fuhrpark, Informationstechnik etc.) bereits in der Planung der Anschaffung geltend machen. Durch den Investitionsabzugsbetrag wird also direkt mehr Liquidität für das Unternehmen gewonnen, weil durch den Investitionsabzugsbetrag eine deutliche Reduktion der Steuerpflicht entsteht.

Durch den Investitionsabzugsbetrag wird also Geld für das mittelständige Unternehmen gewonnen, obwohl die Anschaffung der langlebigen Güter erst in der Zukunft erfolgt. Dies gilt auch bei der Anschaffung von gebrauchten Gütern. Wichtig ist nur, dass die Planung auch tatsächlich in berechenbarer Weise umgesetzt wird und dass die Summe der durch Investitionsabzugsbetrag beanspruchten Beträge für das aktuelle Jahr und die die drei vorangegangenen Jahre je Betrieb nicht mehr als 200.000 Euro beträgt.

Können die Anschaffungen nicht wie geplant umgesetzt werden, dann sind vom Unternehmen die damit eingesparten Steuern nachzuentrichten. Faktisch hat das mittelständische Unternehmen damit einen zinslosen oder sehr zinsgünstigen Kredit vom Finanzamt. Allerdings hat das Finanzamt das Recht, die Plausibilität der Planung zu prüfen. Eine Planung sollte also an Hand konkreter Fakten erfolgen und auch quantifiziert sein.

Mit dem Investitionsabzugsbetrag können also kleine und mittlere Unternehmen jetzt in die Planung einer zukünftigen Investition einsteigen; auch ein Mittel aus der aktuellen Wirtschaftskrise zu kommen.

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