Policen-Verkauf als Alternative zur Kündigung der Lebensversicherung 

Mittlerweile ist es fast jede zweite Lebensversicherung, welche in Deutschland vor ihrer Fälligkeit (im Erlebensfall) seitens der Versicherungsnehmer gekündigt wird. Gründe hierfür gibt es viele.

So können Liquiditätsengpässe durch Trennung, Arbeitslosigkeit oder auch durch die Bildung von Wohneigentum zum Entschluss des Versicherungsverkaufs führen, wie auch manche Versicherungsnehmer alte Policen auflösen, um bessere und neue abzuschließen.

Das Resultat ist in jedem Fall immer ein nicht unerheblicher Verlust der bereits eingezahlten Beiträge. Schließlich verzichtet man bei vorzeitiger Kündigung auf eventuelle Überschussbeteiligungen, zahlt Disagio und Verwaltungsgebühren und je nach Laufzeit und Kündigung muss man weiterhin davon ausgehen, dass die dem Makler ausgezahlten Abschlusskosten die bereits eingezahlten Beiträge zu einem großen Teil aufgezehrt haben.
So verwundert es nicht, dass sich seit einigen Jahren ein Policen-Zweitmarkt etabliert hat. Dieser bietet Versicherungsnehmern eine gute Alternative zu den Einbußen, welche durch vorzeitige Kündigungen entstehen. So zahlen die Zweitverwerter von Policen zwischen zwei und fünf Prozent mehr, als der tatsächliche Rückkaufwert der Versicherung betragen würde. Je mehr Versicherungen jedoch angeboten werden, je schlechter werden auch die Konditionen für die verkaufswilligen Versicherungsnehmer.

Mitunter knüpft der ein oder andere Unternehmer den kauf an verschiedene Bedingungen. Manche setzen beispielsweise auch Laufzeiten von unter 10, 15 Jahren. Wieder andere kaufen nur Versicherungen mit einem bestimmten Rückkaufwert und schließlich gibt es noch Versicherungskäufer, die kein Interesse an Fondsgebundenen Verträgen haben. Gemeinsam haben alle Policenaufkäufer, dass sie sich in erster Linie auf renditestarke Lebensversicherungen von namhaften Unternehmen konzentrieren, um ihrerseits beruhigt mit diesen Policen handeln zu können. Mitunter lässt sich trotz Verkauf der Police der Versicherungsschutz im Todesfall erhalten, wenn auch zu weitaus niedrigerem Versicherungswert. Will man seine Police nicht unwiderruflich verkaufen, gibt es auch die Möglichkeit sie bei bestimmten Unternehmen zu beleihen. Dabei sei jedoch erwähnt, dass die Zinsen für diese Policen-Darlehen weit über jenen liegen, die man für die Policen selbst erhält.

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