Alterseinkünfte-Gesetz: Auch Rentner müssen Steuern zahlen 

Mit dem Alterseinkünfte-Gesetz von 2005 ist festgelegt worden, dass zunächst die Hälfte der gesetzlichen Rente steuerpflichtig ist. Dies war gegenüber dem vorherigen Zustand zwar eine starke Erhöhung - hatte aber keine allzu großen praktischen Auswirkungen, da ja das Existenzminimum nicht besteuert werden darf und kaum ein Rentner mehr als das Doppelte des Existenzminiums als Rente bekommt.

Allerdings wird der Satz von 50 % seit 2005 Jahr für Jahr um 2 % erhöht (bis 2020 - dann bis 2025 noch pro Jahr um 1 %). Der jeweilige Prozentsatz gilt dann für alle Rentner, die neu in den Rentenbezug einsteigen; die Rentner, die schon im Rentenbezug stehen, werden mit dem Prozentsatz für die Steuer in Anspruch genommen, der zum Zeitpunkt ihres Renteneintritts relevant war. Die Ausweitung der Steuerpflicht ist also nur für den jeweils neusten Rentnerjahrgang relevant.

In der Praxis bedeutet dies, dass jedes Jahr mehr neue Rentner steuerpflichtig werden - insbesondere dann, wenn sie außer der Rente noch weitere Einnahmen haben. Für Zinseinnahmen gibt es einen Freibetrag von 800 Euro (wie für jedem anderen Steuerzahler). Für Einnahmen aus angestellter Tätigkeit kann der Rentner versuchen, einen Minijob zu bekommen. Denn dieser wird pauschal vom Arbeitgeber versteuert und erscheint damit nicht als Einnahme aus angestellter Tätigkeit in der Einkommenssteuererklärung.

Wer als Rentner aber noch rüstig ist und weitere Einnahmen erzielt, der wird dann in den nächsten Jahren - eher als bisher - jedes Jahr beim Finanzamt seine Einkommenssteuererklärung abgeben müssen. Auch hier gilt es dann die üblichen Methoden der Steuerminderung zu nutzen. Also sollte man Belege sammeln, die als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Auch haben Rentner bessere Chancen bei der Geltendmachung außergewöhnlicher Belastungen in der Einkommenssteuererklärung. Zum Beispiel bei der Anschaffung von Brillen oder Hörgeräten oder beim Zahnersatz. 7 % der Einkünfte gelten als zumutbare Eigenleistung. Darüber hinausgehende Beträge sind als außergewöhnliche Belastungen in der Einkommenssteuer deklarierbar. Deshalb sollte es im Moment noch vielen Rentner gelingen, die Einkommenssteuerzahlung zu vermeiden. Und die, die in wenigen Jahren in Rente gehen, sollten sich schon jetzt überlegen, wie sie ihre Einkommenssteuererklärung für sich positiv gestalten können.

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