Arbeitszimmer in der Steuer-Erklärung: Vor der Entscheidung des Bundesfinanzhofs Kosten geltend machen 

Seit 2007 kann das häusliche Arbeitszimmer nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden, wenn es nicht den "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit" ausmacht. So sind dann die bisher möglichen Werbungskosten bei Lehrern und sonstige Erwerbstätige, die zu Hause unbedingt ein Arbeitszimmer benötigen, nicht mehr absetzbar.

Dies hat schon recht schnell Kritik hervorgerufen, denn diese Kosten sind für viele als berufsbedingte Kosten unvermeidlich. Solche Kosten sollten sich aber steuermindernd auswirken, denn wie im übrigen Steuerrecht sollten nur die tatsächlichen Einnahmen zu versteuern sein. Nach der Nichtanerkennung der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer kam es dann zu vielen Widersprüchen gegen die Einkommenssteuerbescheide des Jahres 2007.

Eine endgültige höchstrichterliche Entscheidung über die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers steht noch aus. Zwar hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz im Februar 2009 in einer Entscheidung die Streichung der Absetzbarkeit "gerade noch" als zulässig charakterisiert. Die Richter am Finanzgericht wiesen also die Klage eines Lehrer-Ehepaares ab, die ihre häuslichen Arbeitszimmer steuermindernd geltend machen wollten. Aber auch diese Finanzrichter hatten noch Zweifel wegen Verletzung des allgemeinen Gleichheitsgrundsatzes. Deshalb wurde die Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen. Es kann durchaus sein, dass dieser anders entscheidet.

Dies ist auch für die Einkommenssteuerklärung 2008 noch relevant. Wer also ein häusliches Arbeitszimmer hat oder hatte, der sollte es in dieser Einkommenssteuererklärung weiter deklarieren und die genauen Kosten als Werbungskosten geltend machen. Hierzu gehören alle Kosten, wie anteilige Miete (oder anteilige Zinskosten bei einer eigenen Wohnung), anteilige Kosten für Reinigung und Heizung, Kosten für Möbel usw.

Wenn dann im Laufe des Jahres den Einkommenssteuerbescheid bekommt (und wenn bis dahin noch keine endgültige Entscheidung vorliegt), dann sollte man gegen die Nichtanerkennung der Werbungskosten für das Arbeitszimmer erneut Widerspruch einlegen. Zugleich mit dem Widerspruch kann man die folgende Formulierung in den Text mit aufnehmen: "Zurzeit sind mehrere Musterklagen bei den Finanzgerichten wegen der Nichterkennung der Werbungskosten für das häusliche Arbeitszimmer anhängig. Bis zur höchstrichterlichen Klärung beantrage ich gemäß § 363 AO das Ruhen des Verfahrens." Mit dieser Formulierung vermeidet man die eigene Klage und wartet ab, bis von einen obersten Finanzgericht oder vom Bundesverfassungsgericht die endgültige Entscheidung vorliegt. Solle sich nach Jahren herausstellen, dass die Streichung unzulässig war, dann bekommen die Steuerzahler eine Steuerrückzahlung, die ihre Arbeitszimmer-Kosten deklariert und gegen die Nichtanerkennung Widerspruch eingelegt haben. Die anderen gehen möglicherweise leer aus.

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