Erbschaftsteuer Sachliche Freibeträge 

Wenn eine Erbschaft oder eine Schenkung übertragen wird, dann liegt das Erbe oder diese Schenkung oft in Form von Sachwerten und nur teilweise in Geldwerten vor. Für die Sachwerte gibt es unterschiedliche Freibeträge, je nachdem ob es Hausrat oder ähnliche leicht vergängliche Güter sind.

Man spricht hier von "Erbschaftssteuer sachliche Freibeträge". Die Regelungen hierzu finden sich im § 13 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz.

Zu diesen sachlichen Freibeträgen der Erbschafts- und Schenkungsteuer gehört auch in Unternehmen gebundenes Vermögen, wenn der Betrieb weitergeführt wird. Die sehr komplexen Regelungen hierzu finden sich im § 13a Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz.

Bei Erbenden oder Beschenkten wird im § 15 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz eine Klassifikation in Steuerklassen vorgenommen. In die Steuerklasse I kommen: Ehegatten, Kinder und Stiefkinder, Abkömmlinge von diesen Kindern und Stiefkindern, Eltern und Großeltern, wenn eine Erbschaft nach Tod des Erblasser erfolgt. Zur Steuerklasse II gehören Eltern und Großeltern, sofern diese nicht in die Steuerklasse I gekommen sind, sowie die Geschwister, die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern, die Stiefeltern, die Schwiegerkinder, die Schwiegereltern, der geschiedene Ehegatte. Zur Steuerklasse III gehören alle übrigen Erwerber und die Zweckzuwendungen.

§ 13 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz legt für die Erbschafts- Schenkungssteuer sachliche Freibeträge fest:
1. Erfolgt der Erwerb durch Personen mit Steuerklasse I oder durch den Lebenspartner, dann ist Hausrat einschließlich von Wäsche und Kleidungsstücken bis zum Wert von 41 000 Euro steuerfrei. Andere bewegliche körperliche Gegenstände sind nur bis zur Höhe von 12.000 Euro von der Steuer befreit. Diese Grenze gilt auch für Personen mit Steuerklasse II und III und dann für alle Arten (also bewegliche körperliche Gegenstände einschließlich von Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücken).
2. Diese sachlichen Freibeträge können nicht angewandt werden bei Gegenständen, die zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen, zum Grundvermögen oder zum Betriebsvermögen zu rechnen sind. Zahlungsmittel, Wertpapiere, Münzen, Edelmetalle, Edelsteine und Perlen sind generell nicht durch sachliche Freibeträge steuerfrei vererbbar.
Da die persönlichen Freibeträge in der Erbschaftsteuer wesentlich höher sind, wird diese Regelung zur Erbschaftssteuer sachliche Freibeträge meist nicht benötigt.

Ihre Artikel Bewertung:
Bitte wählen Sie einen Stern

Durchschnitt: 0.0 / Prozent: 0% , Stimmen:

Artikelinformationen