Der Grundfreibetrag in der Einkommenssteuer 

Für Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht vor ein paar Jahren entschieden, dass das Existenzminimum nicht durch die Einkommenssteuer belastet werden darf. Aus dieser Entscheidung ergibt sich der Grundfreibetrag im Einkommenssteuerrecht, der insbesondere für Geringverdiener sich stark vereinfachend auswirken kann, denn wenn das Einkommen unterhalb vom Grundfreibetrag liegt, dann kann die Steuererklärung sehr einfach gemacht werden.

Aber auch für Besserverdienende ist der Grundfreibetrag sehr wichtig, da die Einkommenssteuer progressiv (mit dem Einkommen steigend) erhoben wird. Ein hoher Grundfreibetrag sorgt also dafür, dass jeder zusätzliche Euro zunächst mit einem geringen Steuersatz belegt wird. Der Grundfreibetrag ist auch sehr interessant im Zusammenhang mit dem Ehegattensplitting. Denn Eheleute werden gemeinsam veranlagt und beanspruchen damit den doppelten Grundfreibetrag. Liegt also das Einkommen eines Ehepartners unterhalb vom Grundfreibetrag, dann überträgt sich faktisch der Differenzbetrag auf den Ehepartner und die Gesamtsteuerbelastung der Ehepartner sinkt. Die Eheleute können diesen Effekt optimieren, wenn sie die richtige Steuerklasse wählen.
Der Grundfreibetrag wird von Jahr zu Jahr nach oben angepasst und liegt gegenwärtig erstmals knapp über 8.000 Euro pro Person und Jahr. Für Kinder einer Ehe ist dieser Grundfreibetrag nicht so ohne weiteres anzuwenden, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass das Existenzminimum für Kinder geringer ist als für Erwachsene. Allerdings muss bei Eltern mit Kindern der familienspezifische Grundfreibetrag so bestimmt werden, dass auch das Existenzminimum der Kinder nicht von der Einkommenssteuer belastet wird. Dies geschieht entweder durch Freibeträge oder durch staatliche Transferleistungen. Das Finanzamt muss bei der Einkommenssteuerberechnung sicherstellen, dass das gesamte Existenzminimum der Familie von Einkommenssteuern frei ist. Hierzu wird jeder Grundfreibetrag der Eltern und die günstigste Regelung für die Kinder zugrunde gelegt.

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