Keine Erbschaftssteuer mehr für viele Familienunternehmen

Zwischen Bundesrat und Bundestag war die Neuregelung der Erbschaftssteuer ein sehr umstrittenes Thema. Doch dann hat man sich kurz vor Jahresende 2008 auf eine gemeinsame Linie geeinigt, die ab 1.1.2009 in Kraft ist. Wäre dies nicht passiert, dann hätte die Erbschaftssteuer über keine gesetzliche Basis mehr verfügt.

Die Neuregelung hebt generell die Freibeträge an. Eine Übersicht findet sich auf der Website des Bundesfinanzministers.
Nach wie vor kann eine selbst genutzte Wohnimmobilie an den Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner steuerfrei vererbt werden. Diese Immobilie muss aber 10 Jahre selbst genutzt werden. Auch Kinder oder Enkel zahlen bei einer entsprechenden Selbstnutzung keine Steuern, wenn die Wohnung oder das Haus weniger als 201 qm Wohnfläche hat.

Für das Überleben eines Familienunternehmens sind aber die neuen Regelungen zum Erbfall wichtiger. Hier hat der Erbe zwei Optionen: (Dabei ist die zweite Option einfacher verständlich, die erste Option ist eine Variante für 7 Jahre und enthält auch eine Besteuerung von 15 % des Betriebsvermögens)

"Option 2: Firmenerben, die den ererbten Betrieb im Kern zehn Jahre fortführen, werden komplett von der Erbschaftsteuer verschont, vorausgesetzt, die Lohnsumme beträgt nach 10 Jahren nicht weniger als 1000 % der Lohnsumme zum Erbzeitpunkt. Daneben darf der Anteil des Verwaltungsvermögens am betrieblichen Gesamtvermögen höchstens 10 % betragen." (Zitat Bundesfinanzministerium )
Die Befreiung gilt also nur, wenn der Betrieb über 10 Jahre fortgeführt wird und über diesen Zeitraum insgesamt soviel Lohn zahlt, wie gezahlt worden wäre, wenn die Lohnzahlungen in gleicher Höhe wie vor dem Erbfall geblieben sind. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass der Betrieb für einen langen Zeitraum weitergeführt wird und auch entsprechend den vor dem Erbfall geltenden Bedingungen Arbeitsplätze bietet und Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlt.

Diese Regelung ist nicht ohne Kritik geblieben. Denn es wird nicht für jeden Erben möglich sein, die bisherigen Lohn- und Gehaltszahlungen 10 Jahre lang aufrecht zu halten. Aber er muss es versuchen. Der Gesetzgeber will nur solche Erben von der Erbschaftssteuer freistellen, die den Betrieb über lange Zeit erhalten und in gleicher Weise wie bisher für Arbeitsplätze und soziale Sicherung mitverantwortlich sind.

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